Zöliakie-Therapie Gluten-Impfung

Prof. Detlef Schuppan zur Gluten-Impfung!

Zöliakie-Therapie: Studie prüft die Wirksamkeit einer Gluten-Impfung!

Kann eine Gluten-Impfung bzw. Gluten-Vakzination Menschen mit Zöliakie schützen? Mit dieser spannende Frage beschäftigt sich Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Detlef Schuppan schon seit einiger Zeit. Die Ergebnisse der bisherigen Studien sind vielversprechend, deshalb beginnt bald eine Studie der Phase II. Prof. Schuppan ist Professor of Medicine an der Harvard Medical School in Boston, USA, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Zöliakiegesellschaft und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). MeinAllergiePortal sprach mit über seine bisherige Forschung und das Studiendesign der neuen Klinischen Studie zur Wirksamkeit der Gluten-Impfung.

Herr Prof. Schuppan, worum geht es bei der geplanten Studie zur Gluten-Impfung?

Die Hypothese hinter der Gluten-Impfung lautet, dass man Zöliakie-Patienten durch die regelmäßige Impfung mit kleinen Mengen Gluten über einen längeren Zeitraum unempfindlich gegenüber Gluten machen könnte.

Das Prinzip ist vergleichbar mit der Allergieimpfung bzw. Hyposensibilisierung von Pollenallergikern gegen das jeweils relevante Pollenallergen, wobei sich die zugrunde liegenden Mechanismen bei Zöliakie und Allergien unterscheiden.

Es gibt bereits vielversprechende Daten aus vorangegangenen Studien der Arbeitsgruppe von Prof. R. Andersen in Australien und seit einigen Jahren in Boston (Fa. ImmusanT), die darauf hindeuten, dass die Gluten-Impfung tatsächlich einen toleranzinduzierenden Effekt haben könnte, eine große kontrollierte Studie gibt es bisher aber noch nicht.

Was wurde in den bisherigen Studien zur Gluten-Impfung untersucht?

Die Studienphase I ist bei der Klinischen Studie zur Gluten-Impfung abgeschlossen. Hierbei wurden in der Phase I a die Verträglichkeit des Medikaments und die Dosiseskalation untersucht. In der Phase I b geht es um die Verträglichkeit bei einer längeren Applikation des Medikaments. Einige Parameter könnten darauf hindeuten, dass durch die Impfung ein gewisser Schutz vor Gluten aufgebaut werden kann.

Die Studienphase II,  eine Multi-Center-Studie, an der u.a. auch Mainz beteiligt sein wird, startet 2017 und  wird von der obengenannten Biotech-Firma ImmusanT koordiniert.

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