Zöliakie-Therapie Transglutaminase-Blocker ZED 1227

Prof. Detlef Schuppan zur Wirkweise des Transglutaminase-Blockers ZED 1227!

Zöliakie-Therapie: Studie zum Transglutaminase-Blocker geht in Phase II

Welche Erkenntnisse konnten Sie denn  im Rahmen der bisherigen Studien zum Transglutaminase-Blocker gewinnen?

Die Studienphase I a, bei der es um den Nachweis der Verträglichkeit eines Medikaments geht, ist abgeschlossen. Zurzeit läuft die Studienpase I b, bei der die Verträglichkeit und Sicherheit des Transglutaminase-Blockers in verschiedenen Dosierungen und über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht wird. Es gibt Hinweise darauf, dass der Transglutaminase-Blocker in der Lage ist, die Immunreaktion wirksam zu dämpfen.

Wie wird das Studiendesign der Studienphase II bei der Studie zum Transglutaminase-Blocker aussehen?

Das Studiendesign der Phase II planen wir gerade.

Das Standard-Protokoll ist eine randomisierte Studie an mehr als 100 Zöliakie-Patienten in Remission unter glutenfreier Diät. Die meisten Patienten bekommen über sechs bis acht Wochen eine definierte Menge an Gluten pro Tag, jeweils entweder mit Medikament oder mit Placebo. Im Zuge der Studie wird es sowohl serologische als auch Biopsie-Kontrollen geben. Zusätzlich werden die Patienten mit Hilfe von Fragebögen zur Symptomlage befragt. 

Wo wird die Studie zum Transglutaminase-Blocker durchgeführt?

Die Transglutamnase-Hemmstoff- Studie wird wahrscheinlich auf wenige Zentren beschränkt bleiben, mit Mainz als wichtigem Studienzentrum.

Was kommt nach der Studienphase II zum Transglutaminase-Blocker?

Das kommt auf die Eindeutigkeit der Ergebnisse der Phase II-Studie an. Erweist sich der Transglutaminase-Blocker als wirksam und verträglich, würde sich eine Studienphase III anschließen, bevor der endgültige Nachweis der Wirksamkeit erbracht ist. Der Schritt von einer überzeugenden Studienphase II zur Studienphase III ist nicht mehr so groß.

Wann wäre der Transglutaminase-Blocker für die Zöliakie-Patienten erhältlich?

Bis die Ergebnisse der Phase II Studie vorliegen, wird es noch midestens 2 Jahre dauern. Eine sich daran anschließende Ergänzungsstudie würde weitere zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Frühestens im Jahr 2020 bis 21 hätte man die nötige Sicherheit für den klinischen Einsatz des Transglutaminase-Blockers.

Herr Prof. Schuppan, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Zöliakie-Therapie: Studie zum Transglutaminase-Blocker geht in Phase II

Wird die Angst vor Gluten-Kontamination für Zöliakie-Patienten bald der Vergangenheit angehören? Ein potentielles Zöliakie-Medikament, der Gewebe-Transglutaminase-Blocker ZED 1227, könnte das Problem lösen und steht bereits kurz vor der Klinische Studienphase II.   MeinAllergiePortal sprach mit Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Detlef Schuppan über die Wirkweise des Transglutaminase-Blockers und seine weiteren Studienvorhaben. Prof. Schuppan ist Professor of Medicine an der Harvard Medical School in Boston, USA, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Zöliakiegesellschaft und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Herr Prof. Schuppan, welche Rolle spielt Transglutaminase bei der Zöliakie?

Zum einen ist der Antikörper gegen Transglutaminase ein wichtiger Parameter für die Diagnose der Zöliakie. Zum anderen ist das Enzym Transglutaminase in die Pathophysiologie der Erkrankung involviert, denn die Transglutaminase potenziert auch die Antigenität des Glutens im Darm.

Kommen die Glutenpeptide mit der Transglutaminase aus dem Darmgewebe in Kontakt, wirkt das Gluten stark entzündungsvermittelnd, d.h. es verstärkt das entzündliche Geschehen. Umgekehrt führt die Hemmung der Transglutaminase in der Darmschleimhaut dazu, dass das Gluten die Immunzellen nur noch sehr schwach oder auch gar nicht mehr aktiviert.

 

Ziel des Transglutaminase-Blockers ist es also, die Aktivitäten der Transglutaminase in der Darmschleimhaut zu stoppen?

Genau an dieser Stelle setzt der Gewebe-Transglutaminase-Blocker ZED 1227 an!

Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz und den Unternehmen Zedira (Entwicklung von ZED1227) und Dr. Falk Pharma (klinische Entwicklung von ZED1227).

 

In welcher Form wird der Transglutaminase-Blocker den Zöliakie-Patienten verabreicht?

Der Transglutaminase-Blocker ist ein orales Medikament, das voraussichtlich zwei Mal täglich eingenommen werden muß, d.h. morgens und abends, eventuell aber auch nur einmal täglich.


Wird es mit dem Transglutaminase-Blocker für Zöliakie-Betroffene möglich, wieder Gluten zu verzehren?

Gluten in sehr großen Mengen zu verzehren wird auch mit dem Transglutaminase-Blocker nicht möglich sein. Wenn das Medikament jedoch so effektiv ist, wie sich dies in tierexperimentellen Studien und in den Phase I Studien angedeutet hat, könnte dies dazu führen dass Zöliakie-Patienten nicht mehr strikt glutenfrei leben müssen. Dann könnten sie auch einmal eine Mahlzeit verzehren, die möglicherweise kleinere Mengen Gluten enthält.

Zurzeit ist der Verzehr von Gluten für Zöliakie-Patienten unmöglich und das ist das Hauptproblem  der Betroffenen. Die Schwierigkeit für die Patienten liegt nicht darin, offensichtliche Gluten-Quellen zu meiden, denn sie sind leicht zu identifizieren. Die versteckten Glutenquellen sind das Problem, denn in praktisch jedem industriell hergestellten Lebensmittel kann Gluten enthalten sein. Das versteckte Gluten, auch in Lebensmitteln, bei denen dies eigentlich nicht zu erwarten wäre, macht es den Zöliakie-Patienten sehr schwer, eine glutenfreie Diät strikt einzuhalten.


Der Transglutaminase-Blocker wäre also eine große Hilfe für Zöliakie-Patienten, die häufig auf Reisen sind oder außer Haus essen?

Für diese Patienten wäre der Transglutaminase-Blocker in der Tat eine erhebliche Hilfe im Alltag.

Es gibt jedoch auch Patienten, die trotz einer nachweisbar strikten Einhaltung einer glutenfreien Diät, entzündliche Veränderungen an der Darmschleimhaut aufweisen. Bis zu 5-10 Prozent der Zöliakie-Patienten fallen in diese Kategorie der refraktären Zöliakie Typ I. Diese Menschen scheinen hochsensibel auf minimalste Glutenmengen zu reagieren. Für diese hochempfindlichen Zöliakie-Patienten wäre der Transglutaminase-Blocker die einzige Therapie.

Für alle Zöliakie-Patienten gilt, dass der Transglutaminase-Blocker sie von einer erheblichen Belastung befreien könnte. Jeder Zöliakie-Patient lebt in der ständigen Angst, vor einer Glutenkontamination. Jede Einladung zum Essen bei Freunden, jede Konferenz, jeder Restaurantbesuch wird zum Stressfaktor. Selbst wenn die Gastgeber oder das Personal im Restaurant versichern, dass kein Gluten enthalten ist – es gibt nie eine 100prozentige Sicherheit.   


Welche Erkenntnisse konnten Sie denn im Rahmen der bisherigen Studien zum Transglutaminase-Blocker gewinnen?

Die Studienphase I a, bei der es um den Nachweis der Verträglichkeit eines Medikaments geht, ist abgeschlossen. Zurzeit läuft die Studienpase I b, bei der die Verträglichkeit und Sicherheit des Transglutaminase-Blockers in verschiedenen Dosierungen und über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht wird. Es gibt Hinweise darauf, dass der Transglutaminase-Blocker in der Lage ist, die Immunreaktion wirksam zu dämpfen.

 

Wie wird das Studiendesign der Studienphase II bei der Studie zum Transglutaminase-Blocker aussehen?

Das Studiendesign der Phase II planen wir gerade.

Das Standard-Protokoll ist eine randomisierte Studie an mehr als 100 Zöliakie-Patienten in Remission unter glutenfreier Diät. Die meisten Patienten bekommen über sechs bis acht Wochen eine definierte Menge an Gluten pro Tag, jeweils entweder mit Medikament oder mit Placebo. Im Zuge der Studie wird es sowohl serologische als auch Biopsie-Kontrollen geben. Zusätzlich werden die Patienten mit Hilfe von Fragebögen zur Symptomlage befragt. 

 

Wo wird die Studie zum Transglutaminase-Blocker durchgeführt?

Die Transglutamnase-Hemmstoff- Studie wird wahrscheinlich auf wenige Zentren beschränkt bleiben, mit Mainz als wichtigem Studienzentrum.

wird wahrscheinlich ein Zentrum in Finnland beteiligt sein und maximal zwei bis drei andere Zentren.

 

Was kommt nach der Studienphase II zum Transglutaminase-Blocker?

Das kommt auf die Eindeutigkeit der Ergebnisse der Phase II-Studie an. Erweist sich der Transglutaminase-Blocker als wirksam und verträglich, würde sich eine Studienphase III anschließen, bevor der endgültige Nachweis der Wirksamkeit erbracht ist. Der Schritt von einer überzeugenden Studienphase II zur Studienphase III ist nicht mehr so groß.

 

Wann wäre der Transglutaminase-Blocker für die Zöliakie-Patienten erhältlich?

Bis die Ergebnisse der Phase II Studie vorliegen, wird es noch midestens 2 Jahre dauern. Eine sich daran anschließende Ergänzungsstudie würde weitere zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Frühestens im Jahr 2020-21 hätte man die nötige Sicherheit für den klinischen Einsatz des Transglutaminase-Blockers.

Herr Prof. Schuppan, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

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