Morbus Crohn: Neue Behandlungsansätze lassen hoffen

Mongersen - die körpereigene Entzündungskontrolle wird verbessert

Einen völlig neuartigen Behandlungsansatz verspricht darüber hinaus der Wirkstoff „Mongersen”. „Bei Patienten mit Morbus Crohn sind bestimmte Proteine besonders aktiv, die antientzündliche Botenstoffe blockieren“, erläutert Siegmund. Die Wirkung antientzündlicher Botenstoffe ist deshalb so wichtig, weil sie Entzündungsvorgänge bei Morbus Crohn verringern könnten. „Der Wirkstoff Mongersen sorgt dafür, dass die Zellen keine Proteine mehr produzieren, die Botenstoffe blockieren. Somit verbessert sich die Entzündungskontrolle durch einen körpereigenen Mechanismus. Eine im vergangenen Jahr im “New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass das Medikament bei Patienten mit Morbus Crohn und Befall des letzten Abschnitts des Dünndarms wirksam ist.Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“

Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“

„Wir setzen uns dafür ein, dass die neuen Behandlungsmöglichkeiten den Patienten bald zur Verfügung stehen“, erklärt die DGVS-Expertin Siegmund. Neue Therapiestrategien sind in diesem Jahr das zentrale Thema des Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, der anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease“-Tages am 19. Mai 2016 stattfindet. Die Gastro-Liga organisiert an diesem Tag bundesweit Veranstaltungen und Experten-Hotlines. Betroffene und Interessierte können sich über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten informieren. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite der Gastro-Liga: www.gastro-liga.de.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten. Mehr unter www.dgvs.de

Literatur:

Sandborn WJ und die CERTIFI Study Group. Ustekinumab induction and maintenance therapy in refractory Crohn's disease. N Engl J Med. 2012 Oct 18;367(16): 1519–28.

Monteleone G et al. Mongersen, an oral SMAD7 antisense oligonucleotide, and Crohn's disease. N Engl J Med. 2015; 372(12): 1104–13
                   

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