gluless kitchen glutenfreie Produkte

gluless kitchen entdeckt neue gf-Produkte

gluless kitchen – neue Produkte und Restaurants im „glutenfrei-Check“

Wie beurteilen Sie das „glutenfreie“ Angebot insgesamt in Bezug auf Vielfalt und Qualität? Sehen Sie eine Entwicklung?

Absolut. Ich ernähre mich seit mittlerweile 9 Jahren glutenfrei und in dieser Zeit hat sich unglaublich viel getan. Ich freue mich über die Entwicklung natürlich sehr, denn ich hatte zeitweise das Gefühl, alles schmeckt gleich (so ähnlich wie Pappe) und es gibt keinerlei Auswahl. Natürlich habe ich auch sehr viel experimentiert beim Brot- und Kuchenbacken, aber das kostet sehr viel Zeit, die eben oft nicht bleibt im Alltag. Und so finde ich es toll, dass man die Möglichkeit hat, wie jeder andere „einfach etwas einkaufen zu gehen“ und nicht die ganze Woche vorplanen zu müssen.

Neben den großen Platzhirschen gibt es mittlerweile tolle, kleine Betriebe, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, glutenfreie Produkte herzustellen, oft sogar aus heimischen Zutaten und in Bio-Qualität. In Berlin gibt es seit einiger Zeit sogar eine komplett glutenfreie Bäckerei, das finde ich schon sehr besonders.

Sie haben viele Restaurants in Berlin getestet, wie gut sind diese auf glutenfreie Ansprüche eingestellt?

Ähnlich wie mit den Produkten verhält es sich auch mit den Restaurants. Es gibt auf einmal an jeder Ecke was, jeder schreibt „glutenfrei“ auf die Karte vor der Tür. Allerdings merkt man schnell, dass man eher den Trend bedient und sich im Prinzip nicht auskennt mit Zöliakie und den Folgen. Da gibt es dann glutenfreies Brot, aber keinen extra Toaster oder der glutenfreie Kuchen wird mit dem gleichen Messer geschnitten wie die normale Torte. Da kann man sich also nicht drauf verlassen. Ich stelle jedes Mal meine Fragen, wenn ich irgendwo esse, auch wenn ich schon ein paar Mal dort war.

Inwieweit wird denn aus Ihrer Sicht die LMIV in Berlin umgesetzt?

Mit der Lebensmittelauszeichnung nehmen es die Leute auch nicht so genau. Einige Läden haben eine extra Karte mit allen Allergenen, die man erfragen kann, das finde ich ziemlich gut. Andere tun so, als ob sie davon noch nichts gehört haben und sind genervt. Letzteres ist leider oft in Deutschland der Fall. Man wird nicht ernst genommen und hat das Gefühl, unerwünscht zu sein, weil man eben einige Fragen stellen muss. Die Servicekräfte fühlen sich schnell auf den Schlips getreten, als wäre man nur da, um ihnen die Zeit zu stehlen.

Ich wünsche mir ein Umdenken, habe aber das Gefühl, dass dies durch gesetzliche Verordnungen auch nicht wirklich funktioniert. Die Gastronomen begreifen oft nicht, warum sie das jetzt tun müssen und dass es eben keine Schikane ist. Manchmal erlebe ich aber auch, dass mein Gegenüber sehr interessiert ist, Rückfragen stellt und sich wirklich damit auseinandersetzt. Und das passiert tatsächlich immer häufiger.

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