Biopsie Endoskopie Zöliakie

Dr. med. Johannes Spalinger, Co-Chefarzt Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie am Kinderspital in Luzern

Zöliakie: Der Stellenwert der Biopsie? Ist die Endoskopie nötig?

Angenommen die Diagnose „Zöliakie“ wird durch eine Endoskopie gestellt, muss die Untersuchung dann wiederholt werden?

Wenn das Kind nach gestellter Zöliakie-Diagnose die Ernährungsumstellung gut bewältigt, normalisieren sich die Antikörper-Werte und die Symptome verschwinden. Anhand dieser Parameter wissen wir, dass die Darmschleimhaut wieder intakt ist. Eine Wiederholung der der Endoskopie ist deshalb nicht nötig.

Bei Erwachsenen kann eine Wiederholung der Endoskopie nötig werden. Zum einen halten einige Erwachsene die glutenfreie Diät nicht so strikt ein und die Laborwerte sind nicht so verlässlich wie bei den Kindern.  Zum anderen kommen bei Erwachsenen manchmal andere Bauchbeschwerden, wie z.B. Reflux-Symptome, eine unerklärte Blutarmut etc. hinzu, die wegen einer anderen Krankheit  auftreten können.

Was raten Sie Eltern, die Angst davor haben, bei ihrem Kind eine Endoskopie vornehmen zu lassen?

Wichtig ist ein Gespräch mit den Eltern und dem Kind, bei dem besprochen wird, warum eine Endoskopie zur Diagnosesicherung der Zöliakie wichtig ist und wie die Abläufe aussehen.

Häufig haben die Eltern Angst vor der Narkose, deshalb ist es wichtig, dass bei der Vorbereitung ein Gespräch mit dem Narkosearzt stattfindet, um über den Ablauf und die Risiken informiert zu werden.

Wenn die Vorbereitung der Endoskopie so erfolgt, können die der Kinder und Eltern abgebaut werden und das Vertrauen gewonnen.

Außerdem sollten Eltern auch an die Zukunft denken. Wenn aus den Kindern Jugendliche werden und diese in der Kindheit eine „unsichere“ Zöliakie-Diagnose erhalten haben, wird das Risiko, dass sie die glutenfreie Diät nicht mehr so strikt einhalten, steigen. Dies bedeutet, dass sich Symptome langsam einschleichen und kaum bemerkt werden.

Eine unbehandelte Zöliakie ist eine ernstzunehmende schwere Erkrankung, die gravierende Folgen für die Gesundheit haben kann. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Glutensensitivität, auch Non-celiac gluten sensitivity (NCGS) genannt, die nicht mit einer Schädigung der Darmschleimhaut einhergeht.

Herr Dr. Spalinger, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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