Biopsie Endoskopie Zöliakie

Dr. med. Johannes Spalinger, Co-Chefarzt Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie am Kinderspital in Luzern

Zöliakie: Der Stellenwert der Biopsie? Ist die Endoskopie nötig?

Besteht denn die Möglichkeit, dass die genannten Indikatoren für eine Zöliakie falsch positiv sind?

Sind die Werte der genannten Indikatoren sehr hoch, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein falsch positives Ergebnis handelt, gering.

In seltenen Ausnahmen kann es vorkommen, dass die Diagnose trotz Vorliegen dieser Indikatoren durch die Biopsie nicht bestätigt werden kann. Ein Grund dafür kann sein, dass die Zöliakie in diesen Fällen noch nicht „ausgereift“ ist. Auch Infektionen, die zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Gewebes führen, könnten einen Anstieg der Antikörper-Werte verursacht haben.

Wie häufig findet man denn bei Kindern, bei denen der Verdacht auf Zöliakie besteht, sehr hohe Antikörper-Werte?

Das hängt davon ab, wie schnell nach Auftreten der Symptome die Vorstellung des Kindes beim Arzt erfolgt und wie schnell der Arzt dann eine Zöliakie vermutet und die entsprechenden Antikörper-Untersuchungen durchführt.

Erfolgen die Bluttests zu einem sehr frühen Zeitpunkt, sind die Antikörper-Werte eventuell noch nicht stark erhöht. Bestehen ausgeprägte klinische Symptome über einen langen Zeitraum hinweg, sind die Antikörper-Werte in der Regel deutlich erhöht.

Wie führt man eine Endoskopie zur Diagnose von Zöliakie bei Kindern durch?

Ein Endoskop ist im Prinzip ein langer Schlauch mit einer Kamera und einer feinen Zange. Bei der Endoskopie wird dieser Schlauch über den Mund durch den Magen in den Dünndarm eingeführt. Im Dünndarm wird ein ganz kleines Gewebestück (Biopsie) von der Darmoberfläche entnommen. Das entnommene Material wird dann unter einem Mikroskop beurteilt.

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