Zöliakie Verlaufskontrolle

Univ.-Prof. Dr. K.-P. Zimmer, Abt. Allgemeine Pädiatrie & Neonatologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am UKGM Gießen und Kongresspräsident DGKJ 2015 München

Zöliakie-Verlaufskontrolle: Wie gut ist die kinderärztliche Betreuung?

Was bedeutet diese Entwicklung für den Umgang der Patienten mit ärztlichen Leistungen?

Die Anforderungen an die Patienten steigen, denn sie müssen zukünftig viel besser informiert sein, um die richtige Entscheidung treffen zu können. Patienten müssen in Zukunft bei der Behandlung viel mehr „mitdenken“ als früher. Sie können sich z.B. eben nicht mehr darauf verlassen, dass der Arzt bei der ambulanten Zöliakie-Verlaufskontrolle alle wichtigen Punkte automatisch anspricht, wenn für diesen Termin nur 8 Minuten zur Verfügung stehen. Das bedeutet konkret, die Eltern müssen selbst mehr darauf achten, dass bei diesen Terminen die für ihr Kind wichtigen Dinge besprochen werden.

Was heißt es für den Arzt, wenn ihm so wenig Zeit für die Zöliakie-Verlaufskontrolle zur Verfügung steht?

Auch für den Arzt hat die knapp bemessene Zeit für die Zöliakie-Verlaufskontrolle Konsequenzen. Er verliert damit ein wichtiges Feedback-Instrument, das ihm ein permanentes Lernen ermöglicht. Dadurch verliert er die Möglichkeit im Patientengespräch Erfahrungen zu machen, von denen wiederum andere Patienten profitieren könnten.

Gleichzeitig nimmt man dem Arzt die Möglichkeit, dem Kind ein positives Feedback zu geben, ihm den Erfolg der glutenfreien Diät vor Augen zu führen und so die Compliance bzw. den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Sie erwähnten, dass Patienten die Gesundheitsleistungen kritisch hinterfragen sollten…

Im Grunde sollten die Patienten die Gesundheitsleistungen nicht nur kritisch hinterfragen, sondern auch eine bessere Qualität dieser Leistungen einfordern.
Um den Patienten bzw. den Eltern das dafür nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, ist es für mich deshalb sehr wichtig, bei Veranstaltungen wie z.B. dem Informationstag der DZG in Frankfurt, möglichst viele Informationen zu geben, die ihnen das „Management“ der eigenen Erkrankung bzw. der Erkrankung ihres Kindes ermöglichen.

Herr Prof. Zimmer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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