DZG Informationsveranstaltung Frankfurt

Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG)

DZG-Infoveranstaltung in Frankfurt stieß auf großes Interesse!

Eine Informationsveranstaltung mit begleitender Fachausstellung hatte die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) am 7.11.2015 in Frankfurt organisiert. Das Programm bot DZG-Mitgliedern und Interessierten Informationen zu Zöliakie, Kontakt zu speziellen DZG-Gruppen, wie dem Jugendausschuss und dem Seniorenbeirat und praktische Tipps für den Alltag. In der Konferenz, die von Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der DZG, moderiert wurde, referierten u.a. die Zöliakie Experten Prof. Zimmer vom Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am UKGM Gießen und Prof. Schuppan, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum machten es deutlich: Es gibt noch viel Informationsbedarf zum Krankheitsbild Zöliakie!

Erkenntnisse aus KiGGS: Zöliakie-Prävalenz in Deutschland entspricht dem Europäischen Durchschnitt

Bis vor einem Jahr war man davon ausgegangen, dass die Anzahl der Zöliakie-betroffenen Kinder in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt läge. Wie die im August dieses Jahres veröffentlichte  Langzeitstudie KiGGS zeigte, liegt jedoch auch in Deutschland die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen bei ca. 1 Prozent und damit gleichauf mit anderen europäischen bzw. westlichen Ländern. Ein weiteres Ergebnis der KiGGS-Studie: 90 Prozent der in der Studie mit Zöliakie diagnostizierten Kinder und Jugendlichen wussten nichts von der Erkrankung. Angesichts der Folgen, die eine unbehandelte Zöliakie für die Betroffenen haben kann, ist dies ein erschreckender Wert. Frühzeitigere Zöliakie Tests bei Kindern, insbesondere bei Risikogruppen, wären eine sinnvolle Maßnahme.

Zöliakie, Weizenallergie und Weizensensitivität: Was ist der Unterschied?

Zöliakie, Weizenallergie, sowie die sogenannte „Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität“ gehören zu den allergischen, immunologisch vermittelten Erkrankungen. Das bedeutet, bei diesen Erkrankungen ist, anders als bei den Nahrungsmittelintoleranzen wie z.B. Laktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption, das Immunsystem beteiligt.

Die Zöliakie lässt sich durch eine Reihe von Testungen gut nachweisen, die in der Zöliakie-Leitlinie festgelegt sind, z.B. den Tranglutaminase-Antikörpertest. Im Unterschied zur Weizenallergie zeigen sich Symptome bei Zöliakie-Patienten nicht unmittelbar nach dem Glutenkontakt, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Wird die glutenfreie Diät abgesetzt, kann es also eine Weile dauern, bis ein Test positiv ausfällt.

Im Gegensatz zur Zöliakie ist die Weizenallergie eine relativ seltene Erkrankung – nur 0,2 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Eine Weizenallergie kann als Nahrungsmittelallergie oder als Berufskrankheit in Form von Bäckerasthma auftreten. Der letztendliche Nachweis der Weizenallergie erfolgt über einen oralen Provokationstest. Kommt ein Patient mit Weizenallergie mit dem Weizenallergen in Kontakt, kommt es, anders als bei der Zöliakie, unmittelbar zu allergischen Reaktionen.

Die „Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität“ ist eine Ausschlussdiagnose. Von der Erkrankung ist dann auszugehen, wenn es beim Patienten nach dem Verzehr glutenhaltiger Speisen eindeutig zu Symptomen kommt, eine Weizenallergie und eine Zöliakie jedoch diagnostisch ausgeschlossen wurden.

Ursache der „Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität“ sind die Amylase-Trypsin-Inhibitoren, (ATIs), eine Proteinfamilie, die Teil glutenhaltiger Getreidesorten ist und ca. 2 bis 3 Prozent des Weizenproteins ausmacht. Die ATIs spielen bei der Keimreifung des Weizens eine Rolle, werden, ähnlich wie Gluten, praktisch nicht verdaut und gelten als allergieauslösende Proteine. Glutenreiche Produkte enthalten auch hohe ATI-Mengen, wobei die prozentualen Anteile der ATI in modernen Weizensorten sehr stark schwanken können. Dies dürfte insbesondere für Veganer interessant sein, denn vegane Fleischersatz-Produkte enthalten Gluten und ATIs in hohen Mengen.

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