Alessandra Meyer-Wölden Glutenfrei

Alessandra Meyer-Wölden

Glutenfrei leben? Im Team kein Problem für Alessandra Meyer-Wölden!

Sie haben sich dazu entschlossen zum ersten Mal öffentlich darüber zu sprechen, welchen Einfluss das Thema Gluten-Unverträglichkeit auf das Leben ihrer Familie hat. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Seit wir wissen, dass ein Familienmitglied von einer Zöliakie betroffen ist, habe ich mich genauer mit dem Thema auseinander gesetzt. In den USA geht man mit dem Thema sehr offen um, wohingegen das Thema in Deutschland oftmals kritischer betrachtet wird. Aus diesem Grund habe ich mich auch für die Zusammenarbeit mit Schär entschieden, denn ich möchte mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und zeigen, dass auch glutenfrei ganz genussvoll sein kann und gut in den Alltag integrierbar ist.

Hierzu wird es im Juli auch einen glutenfreien Monat mit einem Gastro-Partner in München und Hamburg geben, damit Betroffene und Nicht-Betroffene die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema auszutauschen.

Sie haben sich dazu entschlossen mit der ganzen Familie glutenfrei zu leben, obwohl nicht alle Familienmitglieder von der Glutenunverträglichkeit betroffen sind, warum?

Wir essen alle gemeinsam glutenfrei, denn es ist wichtig, dass sich jemand mit einer Gluten-Unverträglichkeit nicht „anders“ fühlt, sondern komplett integriert wird. Das ist insofern auch einfacher, da ich nicht separat kochen muss. Außerdem werden bei dem Betroffenen dann keine Bedürfnisse nach dem Essen auf den „anderen Tellern“ geweckt. Egal ob alle glutenfrei essen müssen oder nicht, ich würde auf jeden Fall allen betroffenen Familien empfehlen, dies zusammen als Team zu machen, dann fühlen sich alle gut dabei.

Für viele Kinder mit Zöliakie ist der Besuch von Kita und Schule eine sehr schwierige Zeit, weil nicht so viele Einrichtungen auf die speziellen Anforderungen vorbereitet sind. Wie sehen Ihre Erfahrungen aus?

Ich kann hier nur allgemein über Amerika berichten. Dort ist die Aufklärung an Schulen und Kindergärten zu diesem Thema sehr gut. Generell erfragen Mitarbeiter am Anfang des Schuljahrs, was bei den Kindern zu beachten ist, und es wird ein Formular ausgefüllt, in welchem angegeben wird, was das Kind essen darf und was nicht.

Für Kinder mit Unverträglichkeiten wird dann ein separates Menü erstellt, das jedoch dem Essen der anderen Kinder ähnelt. Nicht in jedem Kindergarten bzw. in jeder Schule in den USA ist eine solche Sonderbehandlung möglich, jedoch erhält das Thema generell eine viel größere Aufmerksamkeit als in Deutschland.

Auch die Restaurants sind nicht immer auf Gäste eingerichtet, die glutenfrei essen müssen oder wollen…

Wir essen zwar oft gemeinsam zu Hause, jedoch haben wir auch unsere Lieblingsrestaurants, in denen wir regelmäßig Essen gehen. Das Angebot in den USA ist sehr gut, wobei auch hier noch in einigen Restaurants großer Nachholbedarf besteht.

Aus meiner Erfahrung ist die Aufklärung bzw. auch die Offenheit gegenüber dem Thema Gluten-Unverträglichkeit größer als in Deutschland, wobei sich dies durch die Zusammenarbeit mit Schär hoffentlich schnell ändern wird.

Haben Sie die Diskussion um die LMIV für lose Ware in Deutschland mitverfolgt?

Mit der neuen LMIV in Deutschland habe ich mich derzeit noch nicht intensiver auseinander gesetzt, da ich in Miami lebe und hier wieder andere Gesetze gelten.

Frau Meyer-Wölden, herzlichen Dank für dieses Interview!

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