Zöliakie Screening

Prof. Dr. med. habil. Thomas Richter, Chefarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Fachkrankenhaus Hubertusburg

Zöliakie: Mit Zöliakie-Screening unerkannte Erkrankungen erkennen

Welche Vorteile hätte ein Zöliakie-Screening für die Patienten?

Für Kinder ist der Vorteil klar: Der wachsende Organismus kann alles aus dem Dünndarm aufnehmen, was er benötigt. Für Erwachsene gilt: Der bisher unerkannte Zöliakie-Patient wird unter glutenfreier Kost vermutlich Vorteile finden: Die bisher unklare Anämie spielt keine Rolle mehr, die Hautprobleme bessern sich, die Welt ist "bunter"....

Auch volkswirtschaftlich ist das Thema Zöliakie relevant, denn der behandelte Zöliakie-Patient ist leistungsfähiger.

Gibt es auch Nachteile beim Zöliakie-Screening?

Ein Nachteil wäre: Der Geschmack von glutenfreier Nahrung ist mit Normalkost zwar "weitgehend" vergleichbar, aber glutenfreie Nahrung ist teurer als Normalkost.

In der DDR wurden Zöliakie-Patienten - zumindest etwas - finanziell unterstützt. In Österreich ist dies meines Erachtens auch der Fall und auch in Italien bekommen Zöliakie-Patienten eine finanzielle Unterstützung.

Und: Nicht alle Lokale bieten glutenfreies Essen an. Vor vielen Jahren fuhr ich auf einer  finnischen Fähre nach Tallin. Selbstverständlich gab es dort eine glutenfreie Ecke. Davon ist Deutschland noch weit entfernt.

Wie müsste man vorgehen um ein Screening für Zöliakie einzuführen? Wer müsste welche Initiativen ergreifen?

Eine gute und berechtigte Frage, auf die ich keine Antwort weiß. Die Studie der Frau Minister senden, vielleicht zunächst in einem Bundesland, z.B. in Sachsen, beginnen?

Herr Prof. Richter, herzlichen Dank für dieses Interview!

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