Glutenunverträglichkeit: Empfehlungen zu Gluten haben sich revolutioniert

Non Celiac Gluten Sensitivity (NCGS) - hohe Dunkelziffern werden vermutet

Prof. Dr. med. Wolfgang Holtmeier führte im Rahmen des Symposiums in das Phänomen der Gluten-/Weizensensitivität ein und beschrieb die Schwierigkeit der unspezifischen Symptome sowie mögliche Differenzialdiagnosen. Die genaue Pathogenese sowie die Häufigkeit sind noch unbekannt. Schätzungen gehen von einer Prävalenz von ein bis fünf Prozent aus. Ein Ausblick auf aktuelle Studien zeigte die Verknüpfung zum Reizdarmsyndrom, unter denen man einige Betroffene der Weizensensitivität vermute, sowie zu der Low-FODMAP-Diät als möglichen Therapieansatz neben der glutenfreien Ernährung. Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan gab einen Überblick über Nahrungsmittelintoleranzen und immunvermittelte Nahrungsmittelsensitivitäten, zu denen auch die glutenbedingten Erkrankungen Zöliakie, Weizenallergie und die NCGS gehören. Er beleuchtete vor allem die Rolle der Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) in verschiedenen glutenhaltigen und glutenfreien Getreiden.

Glutensensitivität - eine Ausschlußdiagnose

Praktische Fallbeispiele von Patienten verschiedenen Alters erläuterte im Anschluss Prof. Dr. med. Yurdagül Zopf. Die Herausforderungen für Internisten, Allgemeinmediziner und Gastroenterologen sind in ihren Augen die Vielzahl an möglichen Diätformen, die es in der Praxis leitliniengerecht zu befolgen gilt. Wichtig sei nach Ansicht von Zopf, dass Ärzte zuerst an eine Zöliakie denken und sie ausschließen – ebenso Allergien und andere organische Erkrankungen. Danach kann und sollte eine glutenfreie Ernährung über einen kurzen Zeitraum ausprobiert werden. Vor allem bei Patienten mit Reizdarmsyndrom kann ein solches Vorgehen sinnvoll sein, da es zwischen den beiden Erkrankungen durchaus Korrelationen gibt.

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