Zöliakie Diagnose HLA-DQ2-Test HLA-DQ8-Test

Univ.-Prof. Dr. K.-P. Zimmer, Abt. Allgemeine Pädiatrie & Neonatologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am UKGM Gießen und Kongresspräsident DGKJ München

Zöliakie-Diagnose: Wozu braucht man den HLA-DQ2 und den HLA-DQ8-Test?

Wie wird der DQ2/DQ8-Test durchgeführt?

Der DQ2/DQ8-Test ist ein ganz normaler Bluttest. Stuhltests oder Tests anhand des Speichels sollte man nicht durchführen, denn die Aussagekraft dieser Untersuchungen ist bei weitem nicht so zuverlässig wie die des Bluttests. Der Transglutaminase-Test und der Endomysium-Antikörpertest, ein sehr guter Test, der aber in der Durchführung aufwändiger ist, sind die deutlich besseren Testmethoden für Zöliakie. Auch native Gliadin-Antikörper-Tests sind weniger zuverlässig.

Gibt es eine gewisse Reihenfolge, in der diese Tests durchgeführt werden?

Der erste durchzuführende Test ist der Transglutaminase-Test, der das IgA misst. Fällt das Ergebnis nicht eindeutig positiv aus und ist der Gesamt-IgA-Spiegel insgesamt niedrig, könnte es sein, dass beim Patienten ein genetisch bedingter IgA-Mangel besteht. Bei  IgA-Mangel kann der Transglutaminase-Test nicht positiv reagieren. In diesem Fall sollte man mit einem IgG-Transglutaminase-Antikörper-Test oder einem speziellen Test gegen deamidierte Gliadinpeptide zusätzlich auf Zöliakie prüfen.

Zurück zum DQ2/DQ8-Test: Besteht bei einem positiven Testergebnis, ohne dass Symptome bestehen, lebenslang die Gefahr eine Zöliakie zu entwickeln?

Es gibt gut dokumentierte Fälle, die zeigen, dass sich nicht schon bei der Einführung von Getreide in die Säuglingsnahrung Symptome entwickeln müssen, wenn eine Zöliakie besteht. Auch wenn die Kinder älter sind oder selbst im Erwachsenenalter kann eine Zöliakie ausgelöst werden, wenn eine Erbveranlagung besteht. Offensichtlich gibt es auslösende Trigger für die Entwicklung einer Zöliakie, wie z.B. andere Infektionen, die man aber zurzeit noch nicht kennt. Der Nachweis bei einer spät entwickelten Zöliakie gestaltet sich aber schwierig, weil es immer sein könnte, dass auch im Kindesalter bereits eine Zöliakie bestand, ohne dass dies bemerkt worden wäre.

Herr Prof. Zimmer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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