Allergenkennzeichnung bei Zöliakie: Mehr Sicherheit oder offene Fragen?

Stuttgart, 16.12.2014 – Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) begrüßt die neuen Regelungen zur Kennzeichnungspflicht für Allergene in unverpackten Lebensmitteln in Deutschland, sieht jedoch auch noch offene Fragen. Die Regelung biete Zöliakiebetroffenen mehr Sicherheit im Alltag, denn auch das Klebereiweiß Gluten müsse von nun an als Inhaltsstoff von „loser Ware“ gekennzeichnet werden. Die ergänzenden Dokumentationspflichten sichern zudem Anbieter und Zöliakiebetroffene ab. Ein echter Meilenstein für die Betroffenen – die Gefahr von Kreuzkontaminationen und damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Betroffenen bleibt allerdings weiterhin bestehen.

Allergenkennzeichnung: Mehr Sicherheit, aber auch offene Fragen

Gluten, das Bestandteil verschiedener Getreidesorten ist, führt bei Menschen mit Zöliakie zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms. Selbst kleinste Mengen können zu Beschwerden führen. Kommen glutenfreie Lebensmittel mit Gluten in Kontakt, besteht für Zöliakiebetroffene daher immer ein Gesundheitsrisiko. Diese Gefahr besteht insbesondere bei der Zubereitung von Lebensmitteln in Restaurants oder aber der Systemgastronomie. Der DZG-Vorsitzende Dan Kühnau sieht durch die neuen Vorgaben nicht nur eine höhere Sicherheit für die Betroffenen: „Wir sehen in der neuen Regelung auch die Chance, das Bewusstsein der Anbieter für die besonderen Anliegen von Betroffenen zu schärfen. Verstöße gegen die neuen Vorgaben sind noch nicht bußgeldbewährt. Das sollte die Akzeptanz fördern, sich schnell auf die neuen Anforderungen einzustellen. Falls dies nicht funktioniert, muss eine entsprechende Verpflichtung im kommenden Jahr kurzfristig noch ergänzt werden.“

Das Klebereiweiß Gluten kommt unter anderem in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste vor. Die einzige Therapie für Zöliakiebetroffene besteht in der lebenslangen strikt glutenfreien Ernährung. Selbst kleinste Spuren müssen vermieden werden. Glutenhaltige und glutenfreie Lebensmittel müssen deshalb streng getrennt voneinander hergestellt und gelagert werden.

Zöliakie bleibt oft unerkannt

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) ist eine Solidargemeinschaft für Zöliakiebetroffene mit Hauptsitz in Stuttgart. 1974 gegründet, zählt der Verein inzwischen rund 41.000 Mitglieder. Jedes Jahr kommen rund 500 neue Mitglieder hinzu. Ziel der Organisation ist es, Betroffenen das Leben mit Zöliakie zu erleichtern und das öffentliche Bewusstsein für Zöliakie zu stärken. Nach neueren Untersuchungen leidet einer von 250 Menschen an Zöliakie. Viele Betroffene wissen jedoch oft nichts von ihrer Erkrankung, denn untypische Symptome führen dazu, dass die Diagnose häufig erst Jahre nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen gestellt wird. Ein Ausbruch der Erkrankung ist in jedem Lebensalter möglich.

Weitere Informationen über die DZG und Zöliakie finden Interessierte auf www.dzg-online.de.

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