Dermatitis herpetiformis Duhring Zöliakie

Professor Dr. med. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie am Universitätsklinikum Jena und Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs-, und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

Dermatitis herpetiformis Duhring - eine Sonderform der Zöliakie

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Morbus Duhring und der Zöliakie, die ja ebenfalls eine Autoimmunerkrankung ist?

Wir gehen davon aus, dass jeder Patient mit einer Dermatitis herpetiformis Duhring auch eine Zöliakie hat. Es gibt nur sehr wenige Patienten mit Morbus Duhring, die nach sorgfältiger Untersuchung keine Anzeichen für eine Zöliakie zeigen. In diesen Fällen stellt sich meist die Frage, ob es sich tatsächlich um einen klassischen Morbus Duhring handelt, oder ob nicht eher eine sehr ähnliche Erkrankung vorliegt.

Die Schwierigkeit bezüglich der Zöliakie liegt allerdings darin, dass die Zöliakie bei Patienten mit einem Morbus Duhring häufig asymptomatisch ist, d.h. dass sie oft keinerlei Beschwerden verursacht. Es sind daher die durch den Morbus Duhring entwickelten Hautveränderungen, die den Patienten zum Arztbesuch veranlassen und nicht die Zöliakie. Insbesondere die klassischen Symptome der Zöliakie wie Durchfälle und Gewichtsabnahme findet man bei Patienten mit Morbus Duhring nur selten.

Wie erkennt man dann, dass ein Patient sowohl eine Dermatitis herpetiformis Duhring als auch eine Zöliakie hat?

Zunächst muss man wissen: Wenn ein Patient mit einer solchen blasenbildenden Hauterkrankung mit starkem Juckreiz zum Hautarzt geht, dauert es in Deutschland im Durchschnitt ca. drei Jahre, bis die Diagnose Dermatitis herpetiformis Duhring gestellt wird. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass die Erkrankung sehr selten  ist und an seltene Erkrankungen denken wir Mediziner natürlich nicht immer in erster Linie.
Hat man dann den Morbus Duhring erkannt und man untersucht den Patienten auf eine Zöliakie, sieht man in über 90 Prozent der Fälle, dass die Patienten auch Veränderungen in der Dünndarmschleimhaut haben.

Die Tatsache, dass Patienten mit Morbus Durhring durch ihre Zöliakie meist keine Magen-Darm-Beschwerden haben, bedeutet also nicht, dass es zu keinen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut kommt?

Das ist richtig und gilt auch generell für die Zöliakie. Auch bei Patienten, die „nur“ eine Zöliakie haben, kann es ja sein, dass sie keine Magen-Darm-Beschwerden haben und dennoch zeigen sich Veränderungen an der Darmschleimhaut.

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