Zöliakie Glutensensitivität extraintestinale Symptome

Prof. Dr. med. Yurdagül Zopf, Leiterin des Schwerpunktes Ernährung und Fachärztin für Innere Medizin am Universitäts-klinikum Erlangen

Zöliakie – Glutensensitivität: Es gibt auch extraintestinale Symptome!

Welche Konsequenzen hat es für den Patienten, wenn die Diagnose Zölikie gar nicht oder sehr spät gestellt wird?

Ein Zöliakie-Patient benötigt eine regelmäßige Nachsorge weil es bei der Erkrankung gewisse Komorbiditäten, d.h. Begleiterkrankungen gibt. Dazu zählen u.a. Probleme mit der Knochendichte, Leberprobleme und die Gefahr, dass es zu Tumoren oder Lymphomen kommt. Auch können aufgrund der genetischen Disposition die eigenen Kinder betroffen sein. Wer nicht weiß, dass er eine Zöliakie hat, kann auch nicht alle zwei Jahre systematisch auf gewisse Risikoerkrankungen untersucht werden bzw. seine Kinder untersuchen lassen. Aus diesen Gründen ist die Diagnose bei der Zöliakie so entscheidend.

Sie führen aktuell eine Studie zum Thema Glutensensitivität durch, können Sie dazu etwas berichten?

Wir führen eine Studie bei glutensensitiven Patienten durch, weil wir die Veränderung der Darmschleimhaut und der Entzündungsreaktion unter einer glutenreichen Ernährung erfassen wollen. Wie erwähnt wissen wir aktuell noch nicht, ob bei der Glutensenitivität oder korrekter, bei der Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität, das Gluten de Beschwerden verursacht oder andere Kohlenhydratbestandteile. Darüber wird unter Experten zurzeit heiß diskutiert. Als Verursacher in Betracht kommen z.B. die FODMAPs oder die ATIs. Deshalb wollen wir an Patienten, die klinisch den Verdacht haben, auf Getreide zu reagieren, durch eine Magenspiegelung und eine Probenentnahme aus dem Dünndarm untersuchen, ob eine Immunreaktion nachweisbar ist. Dann wird zunächst untersucht, ob die Beschwerden sich unter einer FODMAP-freien Diät verbessern und ob die Entzündungen zurückgehen und dann wird dies auch unter einer glutenfreien Diät untersucht.

Im Rahmen dieser Studie untersuchen wir auch die Darmflora der Patienten, denn es besteht der Verdacht, dass Verschiebungen innerhalb der Darmflora die Beschwerden zusätzlich verschlimmern. Dafür steht uns ein Gerät zur Verfügung, mit dem wir wirklich alle Darmkeime bestimmen können, nicht nur die Hauptstämme. Mit diesem Gerät können wir die Zusammensetzung der Darmflora des Patienten zu Beginn der Studie bestimmen und wir sehen auch die Veränderungen, die sich eventuell durch die glutenarme oder FODMAP-arme bzw. ATI-arme Diät ergeben.

Am Ende der Studie weiß der Patient dann, ob seine Beschwerden auf Gluten bzw. einen Bestandteil des Weizens oder auf die FODMAPs zurückzuführen sind und weiß dann genau, wie er sich ernähren muss, um seine Beschwerden zu meiden.

Für diese Studie haben wir schon die ersten Patienten aufgenommen, aber alle, die Probleme mit Getreide haben, können sich gerne bei mir melden unter:

Email: Yurdaguel.Zopf@uk-erlangen.de oder Telefon: 0049 9131 85-35000

Frau Prof. Zopf, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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