Mit Zöliakie in Krippe, Kita, Schule und Hort? So funktioniert’s!

Bei Zöliakie ist die Kontamination mit Gluten eine ernste Gefahr. Wie vermeiden Sie dies?

Meine Tochter hat ein eigenes Besteck, ihr eigenes Geschirr etc. - alles in der Signalfarbe "giftgrün" - um alle Beteiligten auch optisch auf die Besonderheit aufmerksam zu machen und um Kontaminationsrisiken auszuschließen. Auch ihre Brotdosen, Portionsteller etc. sind "giftgrün". Ich nehme alles täglich mit nach Hause und reinige es selbst.

Außerdem habe ich in der Schulküche eine eigene TÜV-geprüfte Mikrowelle aufgestellt in der das Essen für meine Tochter erwärmt wird. Auch in der Krippe und in der Kita gab es eine eigene Mikrowelle für meine Tochter.

Des Weiteren hat meine Tochter eine Naschdose in der Schule und im Hort und das hatte sie früher auch in der Kita. Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten etc. spreche ich mich kurz mit den Erziehern und Lehrern ab und gebe ihr entsprechend der Überraschungen, die für die anderen Kinder geplant sind, etwas mit. Soweit unsere Abläufe. Das funktioniert natürlich nur, wenn alle Beteiligten informiert sind und sich an die Regeln halten.

Das wäre die nächste Frage: Eltern berichten häufig, dass sich das Personal in Kita, Schule etc. nicht immer so strikt an diese Abläufe hält. Wie haben Sie dies organisiert?

Meiner Erfahrung nach hängt der erfolgreiche Umgang mit Zöliakie - und sicher auch mit anderen Allergien und Unverträglichkeiten - ganz wesentlich von der Einstellung des pädagogischen Fachpersonals, der stetigen Information der Mitarbeiter durch die Eltern und vor allem - und das klingt vielleicht etwas abgebrüht - von der Eigenverantwortung der Kinder selbst ab.

Ich habe das Problem "Information" gelöst indem ich ein knappes Informationsblatt – nur eine A4-Seite – zum Krankheitsbild "Zöliakie" erstellt habe, das neben einer kurzen Erklärung zu Krankheit, Auslöser und Folgen, vor allem die mir wichtigen Regeln formuliert. Zu diesen Regeln gehörten z.B. ganz klar:

  • Die Vermeidung von Kontaminationen durch die ausschließliche Nutzung des giftgrünen Geschirrs
  • Kein Essenstausch mit anderen Kindern
  • Keine Krümel vom Nachbarn auf dem Teller meiner Tochter
  • Nach Knetarbeiten Hände besonders gründlich waschen etc.

Für ganz wichtig erachte ich hierbei, dass man keinen halbwissenschaftlichen Artikel verfasst, sondern so einfach, kurz und konkret wie möglich, die wesentlichen Informationen zu Papier bringt.

Haben Sie diese schriftlichen Informationen zur Zöliakie bzw. den Zöliakie-Regeln dann einfach an das betreffende Personal verteilt?

Dieses Zöliakie- Informationsblatt habe ich während einer Teamsitzung weitergegeben, allerdings erst nachdem ich zuvor jeweils mit den Leiterinnen aller Einrichtungen ein Gespräch geführt hatte. In diesen Gesprächen habe ich dann das "was, warum, wie?" ausführlich geklärt.  Auch das Küchenpersonal in der Schulküche wurde von mir persönlich informiert.

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