Mit Zöliakie in Krippe, Kita, Schule und Hort? So funktioniert’s!

Öffentliche Einrichtungen wie Krippe, Kita, Schule und Hort sind nur sehr selten auf die Anforderungen von Kindern mit Zöliakie eingerichtet. Auch haben Eltern manchmal den Eindruck, dass die Einhaltung bestimmter Maßnahmen in diesen Einrichtungen nicht verlässlich funktioniert. Dann besteht schnell die Gefahr, dass aus dem Versuch, dem Kind eine glutenfreie Umgebung zu schaffen, ein Kampf gegen Windmühlen wird. Das muss nicht so sein. Mit viel Eigeninitiative und dem Eindenken in die Prozesse öffentlicher Einrichtungen hat Carina Friedrich, Mutter einer Tochter mit Zöliakie und Mitglied der Facebook Gruppe Zöliakie-Austausch, es geschafft, ihre Tochter "glutenfrei" durch Krippe, Kita, Schule und Hort zu bringen. MeinAllergiePortal sprach mit ihr darüber, wie sie dabei vorgegangen ist. 

Frau Friedrich, seit wann wissen Sie, dass Ihre Tochter Zöliakie hat?

Bei meiner Tochter wurde im Jahr 2008 festgestellt, dass sie Zöliakie hat – damals war sie etwa 3 Jahre alt. Wir leben in Chemnitz, Sachsen, und aufgrund meiner Berufstätigkeit besuchte meine Tochter ab dem ersten Lebensjahr die Krippe, ab dem dritten Lebensjahr die Kita und nun geht sie zur Schule und besucht nach dem Unterricht täglich den Hort - sämtlich Einrichtungen der Kommune. Die Diagnose erhielten wir in der Übergangsphase Krippe zur Kita.

Waren diese öffentlichen Einrichtungen denn in der Lage, ein Kind mit Zöliakie richtig zu betreuen?

Die Krankheit als solche war damals sowohl in der Krippe und Kita als auch später in der Schule und im Hort gänzlich unbekannt. Kein Essensanbieter der Einrichtungen konnte mir glutenfreie Mahlzeiten anbieten.

Wie schaffen Sie es dennoch, dass Ihre Tochter trotz Zöliakie all diese Einrichtungen besuchen kann?

Ich koche jeden Abend vor und bringe das Essen morgens mit in die Einrichtung. Alle weiteren Mahlzeiten, wie z.B. Frühstück, Vesper etc. gebe ich meiner Tochter ebenfalls mit.

In der Kita erhielt ich den Wochenessensplan und versuchte, das Essen für meine Tochter diesem Plan anzupassen, damit sie möglichst immer "das gleiche Essen" bekam, wie die anderen Kinder. Diese Vorgehensweise erleichterte es mir außerdem, eine ausgewogene Ernährung für das Kind sicher zu stellen und beim Kochen nicht nach "Schema F" vorzugehen. Ich nutze die alten Essenspläne heute noch ab und an, um mich fürs Kochen zu inspirieren.

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