Zöliakie glutenfrei essen

Dipl oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheits-management, Schliengen

Lebenslang glutenfrei bei Zöliakie? Aber wenn es doch gar nicht weh tut!

Warum ist es bei Zöliakie ganz besonders wichtig dass die Betroffenen streng auf Gluten verzichten?

Isst ein Allergiker etwas, was ihm nicht gut tut, so spürt er sofort am eigenen Leib, dass etwas nicht stimmt. Bei Zöliakie ist das nicht so deutlich. Die Symptome im Erwachsenenalter sind eher unspezifisch, sprich, könnten auch etwas anderes sein und der Betroffene hat nicht immer sofort Schmerzen. Das kann Menschen dazu verleiten, das mit der Diät nicht mehr ganz so genau zu nehmen. Letztendliche Gewissheit, ob der Darm geschädigt ist, hat man bei Zöliakie nicht von außen, sondern nur, wenn man den Darm tatsächlich anschaut.

Ist es bei Zöliakie möglich, auf Grund von Diätfehlern weitere Erkrankungen zu erwerben?

Wenn sich die Zotten durch Gluten zurückbilden, wird die Oberfläche des Darmes immer geringer. Die Folge sind Mangelernährungszustände, weil nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden können. Eine Anämie oder eine Laktoseintoleranz  treten relativ schnell auf. Auch das Ausbleiben der Menstruation, Osteoporose, Nervenschäden und Epilepsie können die Folgen sein, ebenso wie ein erhöhtes Risiko für Lymphome des Dünndarms oder Frühgeburten. Bei Kindern ist Zöliakie der häufigste Grund einer Gedeihstörung und Verhaltensauffälligkeiten. Doch all das ist bei striktem Einhalten der Diät nicht zu befürchten.

Es werden jährliche Kontrolluntersuchungen empfohlen, um Mangelerscheinungen und Komplikationen der Zöliakie auszuschließen. Außerdem sollten jährlich die tTG-Antikörper bestimmt werden. Negative tTG-Antikörper weisen auf eine glutenfreie Ernährung des Patienten hin.

Frau Mannhardt, herzlichen Dank für dieses Interview!

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