Zöliakie Ernährung Nährstoffe DZG

Bianca Maurer, Ernährungsmanagerin Diätetik (B. Sc.) und Pressesprecherin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) zur ausgewogenen Ernährung bei Zöliakie © Messe Stuttgart

Ausgewogene Ernährung trotz Zöliakie? Gesund und glutenfrei genießen!

Wer die Diagnose Zöliakie erhält, muss strikt auf glutenhaltige Produkte verzich- ten. Selbst kleinste Mengen des Klebereiweißes Gluten verursachen bei Betroffe- nen Entzündungen des Dünndarms mit zum Teil schwerwiegenden Langzeitfol- gen. Die notwendige Ernährungsumstellung fällt jedoch nicht immer leicht – und führt oftmals zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und Nährstoffmangel. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) steht Betroffenen mit hilfreichen Informationen rund um eine ausgewogene glutenfreie Ernährung zur Seite.

Betroffene sollen auf ausreichende Versorgung mit Nährstoffen achten

Pasta, Weizenbrötchen, Pizzateig: In Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste ist Gluten enthalten und damit auch in den meisten herkömmlichen Back- und Teigwaren. Zudem versteckt sich das Klebereiweiß in vielen Fertiggerichten, Saucen und Süßigkeiten. Zöliakiebetroffene, bei denen Gluten Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Müdigkeit verursacht, müssen auf diese Lebensmittel strikt verzichten.

Damit die Ernährungsumstellung auf gesunde Weise gelingt und der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird, sollten sie vornehmlich auf natürlich glutenfreie Lebensmittel wie z.B. Hirse, Quinoa, Amaranth, Kartoffeln und Reis, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst zurückzugreifen.

Glutenfreie Fertiggerichte enthalten hingegen oft mehr Zucker, Fett und Kalorien als ihre herkömmlichen Pendants, um die durch das fehlende Klebereiweiß verursachte trockene Konsistenz auszugleichen. „Sie verfügen zudem oft über einen geringeren Anteil an sättigenden Ballaststoffen, wodurch mehr davon gegessen wird “, erklärt Bianca Maurer,

Ernährungsmanagerin Diätetik bei der DZG. „Es ist daher gar nicht so selten, dass Zöliakiebetroffene bei der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung zunehmen.“

Mindestens fünfmal am Tag sollten Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen.

„Brokkoli, Paprika, Karotten, Bananen und unverarbeitete Nusssorten sind von Natur aus glutenfrei und enthalten wertvolle Vitamine, Mineralstoffe sowie viele Ballaststoffe“, empfiehlt Maurer.

Gut geeignet bei Glutenunverträglichkeit sind außerdem fettarme Milchprodukte. Regelmäßig verzehrt, sorgen sie für eine ausreichende Versorgung mit Calcium.

Viele Zöliakiebetroffene leiden bedingt durch frühere Schädigungen an der Darmschleimhaut unter Eisenmangel. Um diesen langsam aber sicher wieder auszugleichen, genügt es zwei- bis dreimal die Woche Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Wurst zu verzehren. Wer hierauf wenig Appetit hat, kann auf pflanzliches Eisen aus Hirse, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse oder Kernen in Kombination mit Vitamin-C-haltigem Gemüse oder Obst zur besseren Aufnahme durch den Körper zurückgreifen. „Auch mit Glutenunverträglichkeit kann man sich ausgewogen und lecker ernähren“, so Maurer. „Zu Beginn der Ernährungsumstellung ist jedoch der Besuch bei einer Ernährungsberatung empfehlenswert. Hier erfahren Betroffene, welche Lebensmittel besonders gut für sie geeignet sind und wie diese gesund zubereitet werden können.“

Die DZG

Die DZG berät Betroffene in ihrer kostenlosen telefonischen Ernährungssprechstunde und versorgt sie mit hilfreichen Hinweisen zur gesunden Ernährung bei Zöliakie sowie mit vielen glutenfreien Rezepten im Mitgliederbereich unter www.dzg-online.de. Zudem ist sie auf der Messe „veggie & frei von“ vom 18. bis 20. November 2016 in Stuttgart mit einem eigenen Stand vertreten.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.