WDEIA

Privatdozentin Dr. med. Silke Hofmann, Zentrum für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie am Helios Klinikum Wuppertal

WDEIA: An welchen Symptomen erkennt man sie? Wie sehen Diagnose und Therapie aus?

Wie können die Symptome einer WDEIA aussehen? Wie kann die betroffene Person erkennen, dass es sich hier um ein Anaphylaktisches Ereignis handelt?

Die Symptome der WDEIA sind die Symptome einer Anaphylaktischen Reaktion, die im Schweregrad variabel sein kann. Leichtere Anaphylaktische Reaktionen können nur mit Hautreaktionen oder Schleimhautreaktionen einhergehen, d.h. mit dem Auftreten von Quaddeln oder Nesselsucht (Urtikaria), Gesichtsschwellungen (Angioödemen) oder auch Juckreiz. Die Patienten berichten bei einer WDEIA auch über ein Hitzegefühl oder über eine Flush-Symptomatik ("rot anlaufen").

Bei etwas schwereren Anaphylaktischen Reaktionen kommen dann auch Symptome in Bezug auf andere Organsysteme hinzu. Im Bereich der Atemwege kann dies ein Asthmaanfall oder Atemnot sein. In Bezug auf das Herz-Kreislauf-System kann sich eine WDEIA durch Herzrasen, Schwindel, Blutdruckabfall bis hin zum Allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit äußern. Auch der Magen-Darm-Trakt kann betroffen sein, so dass es zu Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder sogar Durchfällen kommen kann. Die Mehrzahl der Patienten hat allerdings nicht diese schweren Symptome. Häufiger kommt es bei der WDEIA zu leichteren Symptomen wie einem akuten Nesselfieber oder Herzrasen und Schwindel.

Ist bei WDEIA auch der Verzehr von weizenähnlichen Getreiden, z.B. Dinkel, problematisch?

Nein, im Gegensatz zur Zöliakie, bei der alle Getreidearten mit Gliadin-Proteinen gemieden werden müssen, ist bei WDEIA nur Weizen-haltige Nahrung relevant. Das Hauptallergen bei WDEIA heisst Omega-5-Gliadin.  

Spielt in Bezug auf das Auslösen eines Anaphylaktischen Schocks bei der WDEIA der Grad der körperlichen Aktivität eine Rolle?

Ja, das ist aber individuell sehr variabel. Es gibt WDEIA-Patienten, bei denen schon ein Spaziergang im Zusammenhang mit Weizenverzehr ausreicht, um eine Schockreaktion auszulösen. Bei anderen Patienten lösen erst intensive körperliche Belastungen wie z.B. Fußball spielen, Salsa tanzen oder Joggen einen Anaphylaktischen Schock aus, wenn zuvor Weizen verzehrt wurde.

Abgesehen von der körperlichen Anstrengung, welche anderen Verstärkungsfaktoren gibt es bei der WDEIA?

Generell ist es die Gruppe der Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac, sogenannte nichtsteroidale Antiphlogistika, die bei der WDEIA als Kofaktoren für einen Anaphylaktischen Schock agieren können. Patienten, die, z.B. auf Grund eines Herzinfarkts regelmäßig, z.B. ASS, zur Blutverdünnung einnehmen, haben dadurch möglicherweise bereits einen Verstärkungsfaktor, der dazu führen kann dass es eher zur Ausprägung einer Summationsanaphylaxie kommt.

Auch Infekte, wie z.B. Erkältungen, sind ein wichtiger Kofaktor. Der Konsum von Alkohol ist ebenfalls ein Kofaktor. Um einen Anaphylaktischen Schock auszulösen kann es z.B. ausreichen, dass, parallel zum Weizen, Alkohol verzehrt wurde, auch ohne zusätzliche körperliche Anstrengung. Weiter gilt Stress als Kofaktor, ebenso wie hormonelle Faktoren. Z.B. gibt es Patientinnen, die nur dann eine WDEIA entwickeln, wenn der Verzehr weizenhaltiger Lebensmittel, Sport und die Menstruation zusammentreffen.

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