Sorbitintoleranz

Dr. oec. troph. Astrid H. Gerstemeier, Praxis für bewegte Ernährung in Wiesbaden

Sorbitintoleranz: Was ist wichtig bei der Unverträglichkeit von Sorbit?

Wann nach dem Essen treten denn die Symptome der Sorbitintoleranz auf?

Die Symptome einer Sorbitintoleranz treten ca. zwei bis vier Stunden nach dem Essen auf. Wie schnell das geht, ist unter anderem auch davon abhängig, ob das Sorbit in einer Mahlzeit zusammen mit Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten gegessen wurde oder in Reinform auf nüchternen Magen. Das heißt, eine Hand voll Trockenfrüchte als erste Mahlzeit am Morgen wird schneller zu Beschwerden führen, als ein Stück Pflaumenkuchen im Anschluss an eine vollwertige Hauptmahlzeit.

Erfolgt die Diagnose der Sorbitintoleranz auch über einen H2-Atemtest?

Genau wie die Diagnose der Fruktosemalabsorption erfolgt die Diagnose der Sorbitintoleranz über einen H2-Atemtest. Getestet wird allerdings mit 5 g Sorbit.

Bei Fruktoseintoleranz wird empfohlen, nicht komplett auf Fruktose zu verzichten, damit der Körper die Fähigkeit, Fruktose zu verarbeiten, nicht völlig verliert. Gilt das auch für die Sorbitintoleranz?

Sicher kann man diese Frage erst dann beantworten, wenn man den der Sorbitintoleranz zugrundeliegenden Mechanismus genau kennt.

Lässt sich die Toleranzgrenze bei der Sorbitintoleranz erhöhen?

Theoretisch könnte man sich vorstellen, dass sich auch bei der Sorbitintoleranz die Toleranzschwelle nach einer konsequenten Ernährungsumstellung erhöhen lässt. Allerdings ist die Toleranzschwelle bei Sorbit für alle Menschen generell niedrig, eine abführende Wirkung stellt sich auch bei Gesunden schon bei geringen Mengen ein.

Für den Zuckeraustauschstoff Erythrit (968) gibt es Studien, in denen nachgewiesen wurde, dass sich die Toleranz verbessern lässt. In den Studien ließ sich die Toleranzgrenze sogar auf 1 g Erythrit pro kg Körpergewicht ausbauen, d.h. bis zu 60 bis 70 g. Für die anderen Zuckeraustauschstoffe konnte man nach der aktuellen Studienlage die Toleranz jedoch nur marginal erhöhen. Hier hilft nur, die Sorbitzufuhr zu drosseln.

Frau Dr. Gerstemeier, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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