Sorbitintoleranz Sorbit

Dipl. oec. troph. Stefanie Brunstering aus Horstmar

Sorbitintoleranz: Wenn Sorbit unverträglich ist

In welchen Nahrungsmitteln kommt Sorbit natürlicherweise vor? Welche sollte man meiden, wenn man eine Sorbitunverträglichkeit hat?

Sorbit ist in einigen Obstsorten natürlicherweise enthalten. Birne, Pflaume und Pfirsich enthalten eine hohe Menge Sorbit. Äpfel und Weintrauben eine mittlere und Beerenfrüchte eine geringe Menge.

In der Ernährungstherapie einer Sorbitmalabsorption gibt es zunächst eine 14tägige Karenzphase. In dieser Phase sollten Betroffene sich sorbitfrei und fructosearm ernähren. Dazu gehört ein Verzicht auf Lebensmittel, die als "zuckerfrei" oder "zahnschonend" beworben werden. Auch weitere Zuckeralkohole sollten gemieden werden.

Welche industriell gefertigten Nahrungsmittel enthalten häufig Sorbit? Unter welchen Bezeichnungen ist es auf den Zutatenlisten aufgeführt?

Industriell gefertigte Lebensmittel die häufig Sorbit enthalten sind energiereduzierte Süßwaren, wie Bonbons, Dessert oder Speiseeis. Auch zahnschonende Kaugummis enthalten (fast) immer Sorbit und auch andere Zuckeralkohole.

Als Trägerstoff von Aromen ist Sorbit in Soßen zu finden.

In Senf, Mayonnaise, Marzipan, Toast, Biskuit, Schokoladenfüllungen und Pralinenfüllungen kann Sorbit als Feuchthaltemittel enthalten sein.

Auf der Zutatenliste findet sich Sorbit unter den Bezeichnungen E 420: Sorbit; Zuckeraustauschstoff, Sorbitol. Es kann sich auch hinter den Emulgatoren auf Sorbitbasis E 432: Emulgator, E 433: Emulgator, E 434: Emulgator, E 435: Emulgator oder E 436: Emulgator verbergen.

Die weiteren Zuckeralkohole, die gemieden werden sollen sind:

  • E 953: Isomalt (Handelsname: Palatinit)
  • E 421: Mannit
  • E 966: Laktit
  • E 965: Maltit und Maltitsirup

Die Zuckeralkohole E 967: Xylit und E 968: Erythrit werden von manchen Betroffenen in Maßen toleriert.

Sorbit findet man auch in Zahncremes. Ist die hier enthaltene Menge bereits relevant für Menschen mit Sorbitintoleranz?

Da Zahncreme nicht geschluckt wird, ist das enthaltene Sorbit unbedenklich, da es nicht in den Dickdarm gelangt. Das gilt auch für Mundspülungen. Reagieren Betroffene jedoch schon auf sehr geringe Mengen oder möchten auf Nummer sicher gehen, dann gibt es sorbitfreie Zahnpasta.

Anders sieht es aus bei Medikamenten. Hier werden häufig Mengen an Sorbit eingesetzt, die von Betroffenen nicht mehr vertragen werden.

Welche Therapien sind bei der Sorbitintoleranz möglich? Gibt es hier so etwas wie eine adaptive Desaktivierung?

Eine adaptive Desaktivierung ist lediglich bei der Acetylsalicylsäureintoleranz möglich.

Bei der Sorbitintoleranz bietet die 3-stufige Ernährungstherapie unter Anleitung einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft die beste Option.

Frau Brunstering, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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