Sojaallergie

Prof. Dr. med. habil. Regina Treudler, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Sojaallergie: Wie sensibilisiert man sich? Welche Produkte sind zu meiden?

Gibt es auch nicht-allergisch bedingte Soja-Unverträglichkeiten, z.B. i m Zusammenhang mit der Histaminintoleranz?

Nicht allergische Sojaunverträglichkeiten beobachten wir nur sehr selten. Es ist aber beschrieben, dass diese z. B. bei Sojasaucen auftreten können. In Verbindung mit der Histaminunverträglichkeit, bei der es sich ja um ein sehr "diffuses" Krankheitsbild handelt, ist mir in der Praxis eine Unverträglichkeit von Soja noch nicht begegnet, aber in der Literatur wurde für den asiatischen Raum von Untersuchungen berichtet, nach denen Soja zu einer Freisetzung von Histamin führen kann. Eine große Relevanz hat dies jedoch nicht.

Mit welchen Symptomen kann sich eine Sojaallergie äußern?

Bei der Nahrungsmittelallergie kommt es wenige Minuten bis Stunden nach dem Verzehr zu Beschwerden, die an der Mundschleimhaut aufgrund des direkten Kontaktes mit Kribbeln und Schwellungen beginnen können, man nennt das "orales Allergiesyndrom". Ein orales Allergiesymptom kann ein Frühsymptom oder ein Teilsymptom einer Anaphylaxie sein.  Im Folgenden können Durchfall, Bauchschmerzen und bei Verteilung des Allergens im Körper ein Nesselfieber, Schwellungen, Atemnot und Kreislaufbeschwerden auftreten.

Wann besteht bei einer Sojaallergie das Risiko einer Anaphylaxie?

Das Risiko einer Anaphylaxie besteht insbesondere dann, wenn größere Mengen eines eiweißreichen Sojaproduktes, z. B. ein Becher eines Sojadrinks,  schnell aufgenommen werden. Normalerweise, z.B. bei Äpfeln oder Nüssen, verzehrt man ein Nahrungsmittel langsam und dann führen die beschrieben Symptome im Mund dazu, dass nicht weitergegessen wird. Einen Sojadrink trinkt man schnell aus, und wenn man dann die Symptome bemerkt, sind eventuell schon 50 bis 100 ml des Produktes im Körper.

Begleitende Faktoren wie Sport, Alkohol oder bestimmte Medikamente, vor allem Schmerzmittel, und auch ein aktiviertes Immunsystem während der Pollenflugsaison im Frühjahr begünstigen die Beschwerden. Wir sehen vielfach, dass die Reaktionen aufgrund einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie insbesondere in der Pollensaison sehr stark ausfallen, weil dann das Immunsystem durch die Pollen bereits stark aktiviert ist. Außerhalb der Pollensaison vertragen manche dieser Patienten das betreffende Nahrungsmittel durchaus besser.

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