Probiotika, Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Dr. Maike Groeneveld, Praxis für Ernährungsberatung in Bonn

Wie helfen Probiotika & Co. bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten? - Sind Probiotika bei allen Patienten einsetzbar oder...

Sind Probiotika bei allen Patienten einsetzbar oder gibt es gewisse Voraussetzungen oder Kontraindikationen? Wenn ja, welche?

Probiotische Mikroorganismen werden bereits seit Jahrzehnten eingesetzt und es gibt keine Hinweise auf negative Wirkungen bei gesunden Personen. Lediglich bei Hochrisikopatienten, z.B. Frühgeborenen nach einer Darm-OP und bei Patienten mit einer akuten Pankreasentzündung wurden nachteilige Effekte beobachtet.

Wie muss man sich die Wirkung der Probiotika im Körper vorstellen?

Probiotika entfalten positive Wirkungen, weil sie so genannte kurzkettige Fettsäuren bilden. Dadurch sinkt der pH-Wert im Darm, was dazu beiträgt, dass pathogene Keime im Wachstum gehemmt werden. Zudem dienen einige kurzkettige Fettsäuren als Nährstoff für die Schleimhautzellen und halten diese gesund. Weiterhin üben die probiotischen Bakterien einen positiven Einfluss auf die Immunzellen im Darm aus und sie können die Mikrobiota stabilisieren, wenn Antibiotika eingenommen werden müssen. Die Forschung zu den Wirkmechanismen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

Welche Einnahmedauer und Dosierung ist sinnvoll? Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie an?

In der Regel nimmt man eine Portion am Tag zu sich, also z.B. ein Fläschchen eines probiotischen Drinks oder ein Becher Joghurt. Eine Wirkung ist frühestens nach etwa zwei Wochen zu erwarten, optimale Wirkungen erst nach vier Wochen. Deshalb muss man Geduld haben und kann nicht davon ausgehen, dass Symptome schon nach wenigen Tagen verschwinden. Bei Patienten mit einem empfindlichen Bauch sollte man sogar ganz vorsichtig mit einer halben Tagesportion beginnen und die Dosis langsam steigern.

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