Boosterung spezifische Immuntherapie

Prof. Randolf Brehler, Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatosen und Umweltmedizin, Universitätsklinik Münster zur Boosterung bei der SIT!

Boosterung bei der spezifischen Immuntherapie – ein neues Therapiekonzept? - Therapeutisch eingesetzt wird die Boosterung im Zusammenhang ...

Therapeutisch eingesetzt wird die Boosterung im Zusammenhang mit der spezifischen Immuntherapie also nicht?

In speziellen Fällen, vor allem bei Patienten, die von einer Insektengiftallergie betroffen sind, wurden ähnliche Therapiekonzepte umgesetzt. Eine gute Validierung, die die Frage geklärt hätte, inwieweit die Booster-Therapie wirksamer ist, als die erneute Therapie nach Wiederauftreten von Symptomen, liegt jedoch noch nicht vor.

Besteht ein ganz besonders hohes Risiko, z. B. wenn ein Imker eine Bienengiftallergie hat und bereits anaphylaktische Reaktionen stattgefunden haben, gibt es auch die Möglichkeit, die spezifische Immuntherapie so lange durchzuführen, wie er das Imkern betreibt. So würde der Schutz permanent aufrechterhalten, denn es ist schwer zu sagen, wann eine Überempfindlichkeit nach Ende der spezifischen Immuntherapie wieder einsetzen könnte. Das würde auch davon abhängen, wie häufig der Patient gestochen wird, in welchen Abständen er gestochen wird und möglicherweise auch, welche Lokalisation betroffen ist.
Das Konzept der Boosterung ist jedoch interessant, insbesondere für die Kurzzeittherapien.

Was macht die Boosterung für die Kurzzeittherapien so interessant?

Bei der spezifischen Immuntherapie unterscheidet man zwischen ganzjähriger Immuntherapie und Kurzzeitimmuntherapie.

Bei der ganzjährigen Immuntherapie mit der Spritze erhält der Patient alle vier bis sechs Wochen eine Injektion. Bei der sublingualen Immuntherapie nimmt der Patient „sein“ Allergen ganzjährig täglich oral zu sich.

Bei der Kurzzeitimmuntherapie, oder auch Präsaisonalen Therapie, die aktuell auch praktiziert wird, bekommt der Patient vor Beginn der Pollensaison zwischen vier und acht Injektionen. Danach wird die Behandlung unterbrochen und im Folgejahr im gleichen Zeitraum wiederholt. Routinemäßig wird diese Therapie über drei bis fünf Jahre durchgeführt. Man würde dann abwarten ob und wann erneut Beschwerden auftreten. Die Frage lautet hier, wie lange man dann behandeln müsste. Könnte bei beginnenden Beschwerden eine klassische Boosterung ausreichen oder müsste man erneut über drei Jahre behandeln? Eventuell könnte man mit einer Boosterung den ursprünglichen Therapieeffekt schnell wieder erreichen und eine über eine längere Zeit bestehen bleibende Toleranz erzeugen.

Bevor man jedoch ein Therapieschema für die Boosterung empfehlen kann, müsste dies in einer entsprechend großen prospektiven Studie hinsichtlich der Wirksamkeit überprüft werden. Da die Entwicklung hin zu Kurzzeittherapien geht, die auch immer kürzer werden, wird man dies in der mittelbaren Zukunft sicher untersucht werden.

Herr Prof. Brehler, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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