Boosterung spezifische Immuntherapie

Prof. Randolf Brehler, Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatosen und Umweltmedizin, Universitätsklinik Münster zur Boosterung bei der SIT!

Boosterung bei der spezifischen Immuntherapie – ein neues Therapiekonzept? - Im Sinne der Prävention wäre es für die Patienten sicher wünschenswert, wenn...

Im Sinne der Prävention wäre es für die Patienten sicher wünschenswert, wenn es nach einer spezifischen Immuntherapie erst gar nicht wieder zu Symptomen kommt. Inwiefern ist es denn vorgesehen, die Boosterung in den Therapieplan zu integrieren?

Theoretisch kann man sich vorstellen, ein Booster-Konzept in das Therapieschema der spezifischen Immuntherapie zu integrieren. Man könnte z.B. durchaus nach einer dreijährigen Immuntherapie und einer dreijährigen Behandlungspause einen Kurzzeittherapiezyklus anschließen. Bislang ist jedoch nicht evaluiert und validiert, wie wirksam diese Maßnahme wäre und insbesondere, wie lange der Effekt dann anhält.

Wäre die „Boosterung“ bei der spezifischen Immuntherapie dann vergleichbar mit den bei Impfungen üblichen „Auffrischungen“?

Im Ergebnis kann man sich Impfung und spezifische Immuntherapie ähnlich vorstellen, aber der Mechanismus ist ein anderer.

Bei der Impfung hat das Immunsystem der geimpften Person noch keinen Kontakt mit dem entsprechenden Patogen gehabt, denn durch eine Impfung will man ja gerade verhindern, dass eine entsprechende Infektion zustande kommt.

Bei einer Allergie hingegen, hatte das Immunsystem bereits Kontakt mit dem Allergen und darauf eine Überempfindlichkeit entwickelt. Mit der spezifischen Immuntherapie soll diese Überempfindlichkeit zugunsten einer Unempfindlichkeit zurückgedrängt werden. Der immunologische Ansatz ist also ein anderer.

Dennoch wäre das Prinzip einer Booster Immuntherapie mit der Impfung vergleichbar, bei der es durch Booster, zum Beispiel nach einem Jahr, zu einer verstärkten und lang anhaltenden Immunität kommt.

Eine grundsätzliche Frage: Findet man nach einer spezifischen Immuntherapie im Test weiterhin die Sensibilisierung gegen das betreffende Allergen?

Üblicherweise bleibt die Sensibilisierung auch während und nach Abschluss der spezifischen Immuntherapie bestehen. Weder mit dem Prick-Test noch mit der Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Blut kann man feststellen, ob eine spezifische Immuntherapie erfolgreich war oder nicht – es gibt also keinen Marker. Ausschlaggebend für die Beurteilung des Erfolges einer spezifischen Immuntherapie ist derzeit ausschließlich die Bewertung der klinischen Beschwerden.

Bei der klassischen Impfung ist das anders. Mit der Bestimmung eines Antikörper-Titer lässt sich überprüfen, ob dieser so weit zurückgegangen ist, dass eine erneute Infektionsgefahr für den Patienten bestehen könnte. In diesem Fall würde man eine Booster-Impfung durchführen, sozusagen eine Auffrischung der Impfung. Bei der spezifischen Immuntherapie funktioniert dies, wie gesagt nicht, denn man hat derzeit keinen Parameter, der eine Toleranz oder Intoleranz gegenüber einem Allergen anzeigen könnte.

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