Ambrosiaallergie Allergenität Asthma

Prof. Dr. med. habil. Regina Treudler, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leiterin des Leipziger Interdisziplinären Allergiecentrums (LICA) am Universitätsklinikum Leipzig über die Allergie auf Ambrosia, die Allergenität der Ambrosia Pollen und das Risiko, ein Asthma zu entwickeln!

Allergie auf Ambrosia: Stärkere Allergenität? Höheres Asthmarisiko?

Wie zeigen sich bei der Ambrosia Allergie die Symptome?

Ambrosia-Allergiker leiden typischerweise an einem allergischem Schnupfen, einer allergischen Bindehautentzündung und einem allergischem Asthma.

Im Vergleich zu anderen Pollenallergien tritt das Asthma deutlich früher und deutlich häufiger auf, was daran liegt, dass die Pollen wegen der geringen Größe gut in tiefe Atemwege eindringen können.

Der Höhepunkt der Beschwerden liegt in den Monaten August bis September, aber auch vorher und nachher können Betroffene Symptome zeigen. Insgesamt  handelt sich um eine sogenannte Soforttyp-Allergie, d.h., die Beschwerden treten schon kurze Zeit nach dem Kontakt auf.

Geht die Ambrosia Allergie mit anderen Pollenallergien einher?

Ambrosia-Allergiker haben typischerweise eine Vielzahl von Sensibilisierungen auf weitere Atemwegsallergene, z.B. Birke, Gräser, Tierhaare oder Hausstaubmilbe. Am häufigsten wird aber eine gleichzeitige Sensibilisierung auf Beifuß beobachtet. Wahrscheinlich handelt es sich bei den meisten Patienten mit nachweisbarer Ambrosia-Sensibilisierung auch um eine Kreuzreaktion mit Antikörpern gegen Beifußpollen.

Kann es bei der Ambrosia Allergie zu Kreuzreaktionen mit Nahrungsmittelallergenen kommen?

Bei Ambrosia Allergikern kommt es häufig zu Sensibilisierungen auf Melone sowie auch auf Kürbis und Banane.

Meist scheint es sich wieder um eine Kreuzreaktion von Antikörpern auf universell in Pflanzen vorhandene Eiweiße, die sogenannten Profiline, zu handeln und nicht immer kommt es zu klinischen Beschwerden beim Verzehr. Hier ist unbedingt noch Forschungsbedarf.

Wie erfolgt die Diagnose der Ambrosia bzw. Ragweed Allergie?

Neben einer Erhebung der Vorgeschichte des Patienten im Hinblick auf die Beschwerden können wir einen Hautallergietest (Pricktest) und eine Bestimmung von Antikörpern im Blut vornehmen. Es sollte immer parallel eine Untersuchung auf weitere Pollenallergene, insbesondere auf Beifuß, erfolgen.

Die Labordiagnostik von Allergien hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Dennoch können wir leider in der Routinediagnostik meist immer noch nicht sicher unterscheiden, ob es sich bei den Ambrosia-Sensibilisierten um eine primäre Sensibilisierung auf dieses Allergen oder, aufgrund der hohen Ähnlichkeit der Allergene, um eine Kreuzreaktion bei Beifuß-Sensibilisierung handelt.

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