Allergie Platanenpollen Platanenallergie

Univ. Doz. Dr. Wolfgang Hemmer vom FAZ - Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien zur Allergie auf Platanenpollen

Allergie auf Platanenpollen? Könnten Kreuzallergien die Ursache sein?

Die Blütezeit der Platanen wird meist mit „Ende April bis Mai angegeben“ - gilt dies auch für die stark beschnittenen Platanen, die insbesondere bei repräsentativen Alleen und in Parkanlagen beliebt sind?

Stark beschnittene Bäume blühen oft schwächer als unbeschnittene, die Blütezeit ändert sich dadurch aber nicht wesentlich.

Die Allergie ist also eher eine Kreuzreaktion?

Kreuzreaktionen spielen bei uns eine ganz erhebliche Rolle. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die allermeisten der bei uns beobachteten Platanen-Sensibilisierungen keine echten Platanenpollenallergien, sondern gerade auf solche Kreuzreaktionen zurückzuführen, z.B. auf das bereits erwähnte Profilin oder auf Polcalcin. Auch LTPs können bei der Platanenpollenallergie als kreuzreaktive Allergene eine Rolle spielen, weil die Platane neben Beifuß, Glaskraut und Olive zu den wenigen Pflanzen gehört, deren Pollen ein LTP enthalten, im Falle der Platane das  Pla a 3.  

Bei welchen anderen Pollenallergenen sollten Platanenpollen-Allergiker vorsichtig sein?

Weil bei uns die allermeisten Platanenpollensensibilisierungen auf Kreuzreaktionen beruhen, sind viele andere Pollenarten von potenzieller Bedeutung. Sind Profilin oder Polcalcin die Ursache der Kreuzsensibilisierung, sind theoretisch sämtliche anderen Pollen von Bedeutung, weil diese Panallergene in allen Pollen vorkommen. Die klinische Relevanz von Profilin ist allerdings meist gering. Im Falle einer Sensibilisierung gegen Pla a 3 (LTP) sind bei uns vor allem Kreuzreaktionen mit Beifußpollen vorstellbar, da dort ebenfalls ein LTP (Art v 3) enthalten ist. Ob dies auch tatsächlich klinische Relevanz hat, ist aber nicht untersucht.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.