Allergie Gräserpollen Allergene Diagnose Therapie

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Direktor Univ. HNO-Klinik und Präsident der Deutschen HNO-Akademie, Universitätsklinikum Mannheim

Allergie auf Gräserpollen: Allergene, Diagnosemethoden, Therapien!

Gibt es unter den Gräserpollen Arten, die häufiger bzw. seltener als andere Arten Allergien auslösen?

Ja. Für starke allergische Beschwerden sorgen in erster Linie die hochwachsenden Gräser der Futterwiesen, wie etwa das Wiesenlieschgras (Phleum pratense), das Gemeine Knäuelgras (Dactylis glomerata), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und das Englische und Italienische Raygras (Lolium perenne und L. multiflorum).

Aber auch verschiedene Getreidearten wie der Mais (Zea mays) oder der Roggen sind allergen. Dabei hat der Roggen wahrscheinlich die höchste allergene Potenz unter allen Gräsern, wie bereits erwähnt.

Die hochallergenen Gräser gedeihen fast überall: in unseren Wiesen und Weiden, an Wegrändern oder in Waldlichtungen etc..

Etliche Gräser sind jedoch auch wenig allergen und lösen nur selten Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln aus, wie zum Beispiel das Schilf (Phragmites australis), verschiedene Hafergräser (Avena sp.) oder das Hundszahngras (Cynodon dactylon).

Nicht alle Pflanzen, die wie Gras aussehen, stellen eine gesundheitliche Belastung für Gräserpollenallergiker dar, wie z.B.: Seggen (Carex), Binsen (Juncus), Zypergras (Cyperus) oder Wollgras (Eriophorum). Diese sehen den echten Süßgräsern sehr ähnlich, gehören aber anderen Pflanzenfamilien an und weisen somit kaum eine nennenswerte allergene Potenz auf.

Siehe hierbei auch die Tabelle zu den Kreuzreaktivitäten

Zurück zu den Kreuzallergien, wie relevant sind bei  Allergien auf Gräserpollen Kreuzreaktionen auf  Nahrungsmittel?

Gräserpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien spielen im Vergleich zu den baum – oder kräuterpollenassoziierten Nahrungsmittelallergien nur eine untergeordnete Rolle und sind nur selten von klinischer Relevanz.

Beim Verzehr von nicht verbackenem Mehl kann nicht ausgeschlossen werden, dass allergische Reaktionen auftreten. In Südeuropa treten häufiger Tomatenallergien in Kombination mit Gräserpollenallergien auf. Der Vollständigkeit halber sollen hierbei die seltenen aber möglichen Kreuzallergien jedoch aufgelistet werden.

Gräser – und Getreidepollenallergiker können auf andere Getreideprodukte und Hülsenfrüchte reagieren. Zu den Hülsenfrüchten zählen:

•    Bohnen

•    Erbsen

•    Erdnüsse

•    Linsen

•    Soja

Auch beim Genuss von Tomaten, noch seltener beim Genuss von:

•    Currygewürz

•    Honigmelonen

•    Kartoffeln

•    Kiwi

•    Mangold

•    Spinat

•    Wassermelonen

können Symptome auftreten.

Bei Kräuterpollenallergikern überwiegt die Allergie gegen Beifußpollen. Beifuß gehört zur Gruppe der Korbblütler und reagiert „kreuz“ mit:

•    Chrysanthemen

•    Gerbera

•    Goldrute

•    Kamille

•    Margerite

Eine Beifußpollenallergie kann zu Problemen mit verschiedenen Nahrungsmitteln führen. So z. B.: Anis, Artischocke, Basilikum, Currygewürz, Dill, Estragon, Fenchel, Karotte, Knollensellerie, Kümmel, Majoran, Muskatnuss, Oregano, Paprika, Petersilie, Pfeffer (weiß und schwarz), Pizzagewürz, Sonnenblumenkerne, Wermut. In klinischen Untersuchungen wurde gezeigt, dass ein Teil der Patienten lediglich auf rohen Sellerie, ein anderer auf gekochten Sellerie und Stangensellerie allergisch reagiert. Das liegt daran, dass es ein hitzelabiles und ein hitzestabiles Sellerie-Allergen gibt.

 hauefige nahrungsmittelallergien aufgrund von kreuzreaktionenHäufige Nahrungsmittelallergien aufgrund von Kreuzreaktionen, Quelle: Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen Leitlinie der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA)

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