Buchenpollen-Allergie, Allergie Buchen

Dr. Maud-Bettina Hilka, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in der HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Allergie auf Buchenpollen: Isoliert oder als Kreuzreaktion?

Wie würde es sich auf die Diagnose von isolierten Buchenpollen Allergien auswirken, wenn der Hersteller des einzigen Allergenextraktes die Produktion einstellen würde?

Wenn es kein Extrakt zur Diagnose von Buchenpollen Allergien gäbe, wäre dies schon ein Problem, wobei ich nochmals betonen möchte, dass die Buchenpollenallergie eine seltene Allergie ist. Glücklicherweise haben wir ja noch einen Hersteller, der das Buchenpollenextrakt im Portfolio hat.

Im Bereich Schimmelpilz Allergie wurde das Problem allerdings bereits sichtbar, denn hier stehen viele Testallergene bereits nicht mehr zur Verfügung. Dies ist bei der Allergie auf Schimmelpilze deshalb problematisch, weil hierbei Tests an der Haut und im Blut oft keine klare Aussage liefern. Deshalb greift man bei der Diagnose von Schimmelpilz Allergien auf nasale und konjunktivale Provokationstests zurück. Ohne das passende Extrakt können diese Tests aber nicht mehr durchgeführt werden und entsprechend fehlen dann natürlich auch die Therapieallergene, was wiederum eine Behandlung unmöglich macht.

Auf der anderen Seite waren in der Vergangenheit die Ergebnisse der SIT speziell im Bereich Schimmelpilzallergie nicht so erfolgreich, wie z.B. bei den Pollenallergien. Insofern ist es durchaus sinnvoll, die Wirksamkeit von Allergenextrakten einer standardisierten Prüfung zu unterziehen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Buchenpollen Allergie?

Handelt es sich tatsächlich um den seltenen Fall eines isolierten Buchenpollen Allergikers, ist die Zeit, in der die Buchenpollen fliegen, überschaubar. In diesem Fall wäre eine symptomatische Therapie mit Nasenspray, Augentropfen und einem oralen Antiallergikum sinnvoll. Eine spezifische Immuntherapie würde man bei einer isolierten Buchenpollen Allergie nicht empfehlen.

Handelt es sich um einen polysensibilisierten Patienten, bei dem z.B. auch eine Birkenpollenallergie besteht - was häufig der Fall ist - würde ich ebenfalls zunächst auf eine symptomatische Therapie setzen. Lassen sich die Symptome so nicht unterdrücken, würde ich eine spezifische Immuntherapie empfehlen und mich dabei auf das Birkenallergen konzentrieren.

Frau Dr. Hilka, herzlichen Dank für  dieses Gespräch!

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