Buchenpollen-Allergie, Allergie Buchen

Dr. Maud-Bettina Hilka, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in der HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Allergie auf Buchenpollen: Isoliert oder als Kreuzreaktion?

Welche Auswirkungen hat die zeitliche Ausdehnung der Pollensaison auf die Dringlichkeit der Behandlung?

Die Verschiebung der Pollenflugzeiten wirkt sich durchaus auch auf die Therapie aus.

Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist eine Therapieoption für Pollenallergiker, die über ca. drei Jahre durchgeführt wird und bei der der Patient durch das subcutane Spritzen von sich steigernden Allergenmengen peu a peu gegen das Allergen desensibilisiert wird.

Man kann die SIT zwar in der Pollenflugsaison fortsetzen, beginnen sollte man die SIT jedoch in der pollenfreien Zeit. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, die sicherstellen soll, dass der Patient nicht mit zu hohen Dosen des Allergens konfrontiert wird, wenn er zum einen das Therapieallergen erhält und andererseits zusätzlich dem Pollenflug ausgesetzt ist. So kann der Arzt sich zur Beginn der Behandlung in der pollenfreien Zeit ein besseres Bild von der möglichen Reaktion des Patienten machen und die Therapierisiken für die Weiterführung der Behandlung während der Pollenflugzeiten viel besser abschätzen.

Normalerweise wären der November oder Dezember „pollenfreie“ Monate, die sich für den Therapiebeginn, z.B. bei einer Baumpollenallergie, eignen würden. Da in diesen Monaten jedoch oft bereits wieder die ersten Baumpollen fliegen, muss man die Therapie bereits im September oder Oktober starten. Kommt es in dieser Zeit zu Verzögerungen des Therapiestarts, z.B. weil der Patient krank wird, kann das Zeitfenster knapp werden. In manchen Fällen muss man dann bis zum nächsten Jahr warten, bis man die SIT beginnen kann.

Wie erfolgt die Diagnose der Buchenpollen-Allergie?

Zur Diagnose der Buchenpollen Allergie gibt es, zusätzlich zur Anamnese, den klassischen Prick-Test. Wichtig ist dabei, dass das Allergen der Buche im Prick-Test mit aufgenommen wurde. Gegebenenfalls, z.B. wenn es um die Frage geht, ob es sich um eine isolierte Buchen Allergie handelt oder wenn nach der Durchführung des Prick-Tests Zweifel bestehen, kann man eine RAST-Untersuchung am Blutserum anschließen.  

Gibt es noch ausreichend Allergenextrakte zur Durchführung der Diagnose eine Buchenpollen Allergie?

Es gibt zurzeit nur noch einen Hersteller, der das Buchenallergenextrakt anbietet. Das liegt daran, dass die Buchenpollenallergie keine häufige Allergie ist und demensprechend auch nicht so häufig therapiert wird. Die Hersteller, die für ein solches Präparat die Auflage haben, Zulassungsstudien durchzuführen, die sehr teuer sind, haben Buchenpollenextrakte deshalb aus ihren Portfolios genommen.

Hinzu kommt, dass man bei Kreuzreaktionen auf das Buchenallergen, die von einer Birkenpollenallergie herrühren, auch durch eine Immuntherapie gegen Birke gute Therapieerfolge erzielen kann.  

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