Buchenpollen-Allergie, Allergie Buchen

Dr. Maud-Bettina Hilka, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in der HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Allergie auf Buchenpollen: Isoliert oder als Kreuzreaktion?

Zu Kreuzreaktivitäten kann es bei Pollenallergikern auch durch Nahrungsmittel kommen, ist das bei der Allergie auf Buchenpollen relevant?

Buchenpollenallergiker können auf die gleichen Nahrungsmittel allergisch reagieren wie die Birkenpollenallergiker, d.h. auf alle Nahrungsmittel, die dem Major-Allergen der Birke Bet v1 in ihrer Struktur ähneln. Dies sind:

•    Bestimmte Obstsorten: z.B. Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Zwetschge, Aprikose, Kirsche, Brombeere, Himbeere, Kiwi

•    Nüsse aller Art: z.B. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Paranüsse

•    Bestimmte Gemüsesorten wie: z.B. Kartoffeln, Paprika, Karotten, Sellerie

Bei Kreuzreaktionen auf diese Nahrungsmittel können Buchenpollenallergiker ein orales Allergiesyndrom entwickeln, d.h. es kommt zu allergischen Reaktionen im Mundbereich.

Auch die Augen können betroffen sein, z.B. wenn man sich beim Kartoffel schälen ans Auge fasst. Bei gekochten Kartoffeln – und dies gilt überwiegend auch für die anderen genannten Nahrungsmittel – kommt es nicht zu allergischen Reaktionen, denn das Erhitzen zerstört das Allergen.

Eine Ausnahme bilden die Nüsse. Bei den Nüssen sorgen bestimmte Oberflächenpeptide, die durch den Röst- oder Backvorgang nicht abgetötet werden, dafür, dass die Allergenität der Nüsse erhalten bleibt oder sogar zunimmt. Deshalb empfehle ich Baumpollenallergikern generell, auf Nüsse zu verzichten, auch in gekochtem oder verbackenem Zustand.

Wann blühen die Buchen normalerweise?

Die Buche blüht in der Zeit von April bis Mai. Sie blüht tendenziell etwas später als die Birke, überschneidet sich aber etwas mit deren Blütezeit. Grundsätzlich sind Buchenpollen nicht annähernd so allergen wie die Pollen der Birke.

Ändert sich die Blühzeit der Buchen zurzeit aufgrund der aktuell wärmeren Witterung, wie dies auch bei anderen Pflanzen der Fall ist?

Durch die Klimaveränderung hat sich der Pollenflug deutlich verschoben. Während man früher genau wusste, die Haselpollen fliegen im Januar, die Erlenpollen im Februar und die Birke im April und Mai, kann man das heutzutage nicht mehr so genau sagen.

Unsere Winter sind zu warm, sodass der Pollenflug sich insgesamt nach vorne verschiebt. In den letzten Jahren war der Monat Dezember häufig ausgesprochen warm, so dass der erste Haselpollenflug oft schon kurz vor Weihnachten stattfindet. Dafür ist der Hasel im März dann oft bereits völlig abgeblüht, während früher im März oft noch eine gewisse Restblüte des Hasels stattfand. Im März hingegen blühen Erle und Weide oft schon sehr stark, obwohl deren Blüte eigentlich etwas später einsetzen sollte.

Wenn man sich unsere Sommer der letzten Jahre anschaut, bietet sich das gleiche Bild. Oft fängt der Gräserpollenflug sehr früh an, weil es schon früh recht warm wird. Dann aber „dümpelt“ der Sommer vor sich hin. Dies führt dazu, dass sich der Gräserpollenflug in manchen Jahren bis in den Oktober hinzieht – eine permanente Pollenflugsaison ist die Folge!

Die Folge: In der Vergangenheit sah man Pollenallergiker eigentlich als „saisonale Allergiker“, d.h. man ging von Beschwerden aus, die nur in einer bestimmten Saison auftraten. Heutzutage sind Pollenallergier im Grunde „perenniale Allergiker“, d.h. ganzjährig betroffene Allergiker.    

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