Allergie Birkenpollen Pollenallergiker

Dr. Maud-Bettina Hilka, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin in der HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Allergie auf Birkenpollen – viele Pollenallergiker sind betroffen!

Wie erfolgt die Diagnose der Birkenpollen-Allergie?

Zur Diagnose der Birkenpollen-Allergie würde man in der Anamnese zunächst bestimmen, welche Beschwerden wann auftreten, um das Allergen einzugrenzen. Für weitere Untersuchungen steht der Prick-Test zur Verfügung. Im klassischen Prick-Test gehört das Birkenpollenallergen zum Standard. Gibt es Unklarheiten, kann eine RAST-Untersuchung, d.h. ein Bluttest, angeschlossen werden.  

Da die Birkenpollen-Allergie zu den häufigsten Baumpollen Allergien gehört, gibt es viele Hersteller, die hervorragenden Allergenextrakt-Präparate zur Diagnose und Therapie anbieten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Birkenpollen-Allergie?

Es gibt nur sehr selten monosensibilisierte Menschen, die allein an einer Birkenpollen-Allergie leiden. Bei diesen Patienten kann man mit der spezifischen Immuntherapie gegen Birke das Immunsystem so positiv beeinflussen, dass die Therapie zu 80 Prozent erfolgreich ist. Generell haben monosensibilisierte Patienten mit der SIT die größten Erfolgsaussichten.

Bei den polysensibilisierten Birkenpollen Allergikern findet man häufig zusätzliche Sensibilisierungen auf z.B. Gräser, Hausstaubmilbe, Schimmelpilz oder Katze. In unserer Praxis bilden die polysensibilisierten Pollenallergiker die Mehrzahl.

Schlägt eine symptomatische Therapie mit Nasenspray, Augentropfen und einem oralen Antiallergikum nicht an, würde man eine spezifische Immuntherapie empfehlen. Dafür würde ich die Hauptallergene bestimmen und maximal zwei Allergene parallel immuntherapieren.

Bei polysensibilisierten Allergikern haben wir durchaus die Erfahrung gemacht, dass die Therapie der Hauptallergene auch die allergischen Symptome der Nebenallergene positiv beeinflusst. Das bedeutet, durch eine SIT gegen das Allergen der Birkenpolle oder Hausstaubmilbe kann es sein, dass auch die allergischen Reaktionen auf das Allergen der Katze ausbleiben. Das zeigt, dass eine spezifische Immuntherapie das Immunsystem nicht nur im Hinblick auf das therapierte Einzelallergen moduliert, sondern dass dabei „mehr passiert“.

Warum würden Sie mit der SIT nicht mehr als zwei Allergene parallel therapieren?

Eine spezifische Immuntherapie ist für das Immunsystem eine Herausforderung. Viele Patienten sind nach der Immuntherapie erschöpft und für ein paar Tage danach auch nicht optimal leistungsfähig. Dis Symptome ähneln im Prinzip den Nebensymptomen des Heuschnupfens, denn eine Therapie fordert das Immunsystem. Zwei Allergene parallel sind aus meiner Sicht für das Immunsystem zu bewältigen, mehr als zwei Allergene würde ich nicht parallel therapieren.

Frau Dr. Hilka, herzlichen Dank für  dieses Gespräch!

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