Allergie Eschenpollen Eschenallergie

Prof. Karl-Christian Bergmann, Charité

Eschenpollen-Allergie: Heuschnupfen auch durch andere Ölbaumgewächse!

Man hört immer wieder, dass die Testextrakte knapp werden, sind die entsprechenden Präparate für Eschenpollen aktuell erhältlich?

Die Allergen-Testextrakte werden generell knapp, weil sich immer mehr Firmen aus diesem Markt zurückziehen seit sie für die Allergen-Extrakte, genauso wie für Medikamente, eine Zulassung beantragen müssen. Die Kosten für die Zulassung von Allergenextrakten sind hoch, so dass sich für viele Firmen eine Zulassung nicht lohnt.

Auf der anderen Seite muss ein Arzt für den Allergietest zugelassene, standardisierte, d.h. kommerziell hergestellte Extrakte verwenden. Aktuell sind Allergenpräparate, die konkret zur Diagnose der Eschenpollen-Allergie eingesetzt werden können, noch vorhanden.

Ist ein standardisiertes Präparat jedoch nicht erhältlich, ist es dem Arzt möglich, für einen einzelnen Patienten ein individuelles Allergenextrakt herzustellen. Dieses individuelle Extrakt kann jedoch nur für diesen einen Patienten eingesetzt werden und nicht standardmäßig für eine Vielzahl von Patienten. Aktuell bemüht man sich um Klarheit in dieser komplexen Fragestellung, zumal diese auch je nach Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird.  

Zu welcher Therapie raten Sie bei Eschenpollen-Allergie?

Die wichtigste Voraussetzung bei der Therapie ist die exakte Diagnose des auslösenden Allergens. Einen ersten Hinweis kann dabei die Pollenapp 4.0. geben, die man sich kostenlos im Internet herunterladen kann (Apple iPhone/iPad/iPod Touch und Android). In das Pollentagebuch der App kann man seine Symptome eingeben und dann vergleichen, welche Pollen in diesem Zeitraum geflogen sind. Man sieht dann z.B. ob man Heuschnupfensymptome hatte, obwohl z.B. nur Eschenpollen geflogen sind und keine Birkenpollen und hat einen ersten Anhaltspunkt, der durch die besprochene Allergiediagnostik abgeklärt werden muss.

Zur Therapie der Symptome der Eschenpollen-Allergie setzt man Antihistaminika der neuen Generation ein, z.B. den Arzneistoff Ceterizin. Die neuen Wirkstoffe machen nicht mehr so müde wie die älteren Antiallergika. Werden die Symptome damit nicht ausreichend unterdrückt, werden kortisonhaltige Nasensprays bzw. Augentropfen eingesetzt, die nächste Stufe wäre dann der Einsatz von Kortisontabletten. Handelt es sich um eine schwere allergische Rhinitis, ist eine spezifische Immuntherapie anzuraten.

Herr Prof. Bergmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!   

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