Haselpollen Allergie

Dr. Sven Becker, Oberarzt an der HNO-Universitätsklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, über die Haselpollen-Allergie und was Haselpollen-Allergiker beachten sollten

Haselpollen-Allergie? Was sollten Haselpollen-Allergiker beachten?

Welche SIT-Formen stehen aktuell zur Verfügung?

Aktuell stehen unterschiedliche Therapieformen zur spezifischen Immuntherapie der Hasel-Allergie zur Verfügung. Sie kann konventionell subkutan mit der Spritze oder sublingual in Form von Tropfen durchgeführt werden. Bei der subkutanen Immuntherapie gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Dosierungsschemata, die an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden können.

Klassischerweise wird eine Therapie in der Haselpollen-freien Zeit, also z.B. in den Sommermonaten, begonnen. Verschiedene Firmen bieten aber auch Präparate an, die co-saisonal, also während oder kurz vor der Pollenflugsaison, begonnen werden können. Die Erfolgsquote ist hoch. Der Diagnostik kommt dabei ein sehr hoher Stellenwert zu. Das Wissen um die chemische Struktur der allergieauslösenden Stoffe hat in den letzten Jahren stark zugenommen und trägt wesentlich zur Verbesserung der Therapieentscheidung bei.

Zum Thema Diagnostik, welchen Stellenwert hat die molekulare Allergiediagnostik  für den Therapieerfolg?

Aus meiner Sicht hängt der Therapieerfolg in hohem Maße von der Qualität der Diagnostik ab. Mit der molekularen Allergiediagnostik ist es im Gegensatz zur herkömmlichen Allergiediagnostik möglich, das auslösende Allergen exakt zu bestimmen. Das gibt Sicherheit bei der Wahl des richtigen Präparates.

Viele Ärzte nutzen jedoch die Möglichkeiten der molekularen Allergiediagnostik noch nicht, da der Einsatz der Allergenkomponenten, genau wie die korrekte Interpretation der Ergebnisse, einer gewissen Erfahrung bedarf.

Für Patienten mit komplexeren Fragestellungen (z. B. Polysensibilisierte oder Patienten mit zusätzlichen Nahrungsmittelallergien oder einem ausgeprägten oralen Allergiesyndrom) trägt die molekulare Allergiediagnostik maßgeblich zur Klärung einer entsprechenden Allergie bei. Auch für Patienten, die eine erfolglose SIT hinter sich gebracht haben, lohnt sich eine erneute Untersuchung mit der molekularen Diagnostik, da diese das zugrunde liegende Problem aufdecken kann.

Herr Dr. Becker, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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