Allergie Erlenpollsen Frühblüherallergie

Dr. Norbert Pasch, Hals-Nasen-Ohren Facharzt und Allergologe in Aachen

Allergie gegen Erlen-Pollen – eine typische Frühblüherallergie!

Erlenpollen-Allergiker haben also häufig auch andere Allergien?

Wie bereits geschildert, besteht eine sehr große Ähnlichkeit zu den Frühblüherpollen von Birke, Hainbuche und Haselpollen. Deshalb sind Erlenpollenallergiker meistens auch gleichzeitig darauf allergisch. Wie bei der Birkenpollenallergie entwickeln ca. 20 Prozent der betroffenen Allergiker auch eine Kreuzallergie auf Nahrungsmittel. Vor allem auf Nüsse wie Haselnüsse, Walnüsse und Mandeln. Aber auch auf Kern- und Steinobst, wie  Äpfel, Pfirsiche, Pflaumen und Kirschen können Menschen mit einer Allergie auf Erlenpollen kreuzallergisch reagieren, ebenso auf Möhren und Tomaten.

Zur Diagnose von Allergien stehen die klassischen Diagnosetools zur Verfügung, aber auch die Komponentendiagnostik. Was ist bei der Allergie auf Erlen-Pollen ausreichend bzw. erforderlich?

Die Erlenpollenallergie wird, wie alle Pollenallergien, klassisch zunächst durch Anamnese (Arzt- Patientengespräch) mit der Erfassung der typischen Allergiesymptome, wie sie auch beim Heuschnupfen bekannt sind, festgestellt. Typisch für eine Allergie auf Erlenpollen ist, dass die Beschwerden schon sehr früh im Winter, manchmal sogar schon im Dezember, auftreten. Die Erle ist sozusagen der erste Frühblüher in der Pollensaison.

Die Erlenpollen zeigen beim Prick- Hauttest meist eine typische Hautreaktion mit Rötung und gegebenenfalls Quaddelbildung.

Beim RAST- Test ( nach Blutprobenentnahme ), zeigt sich eine Erhöhung des allergenspezifischen Immunglobulins der Klasse E ( IgE ) auf das Erlenpollenallergen Aln g 1.

Da beim Nachweis einer positiven Hautreaktion auf Erlenpollen in den meisten Fällen auch eine positive Reaktion auf Birkenpollen und Haselpollen nachweisbar ist, wird man in der Regel von einer Frühblüherallergie sprechen.

Stimmen die anamnestisch erhobenen Befunde mit den Ergebnissen des Hauttestes überein, ist die Blutuntersuchung nicht unbedingt erforderlich.
Eine weitere Überprüfung, ob es bei den in Frage kommenden allergieauslösenden Pollen nach Schleimhautkontakt tatsächlich zur Auslösung allergischer Reaktionen kommt, ist der Provokationstest, bei dem der Pollenextrakt in der Regel auf die Nasenschleimhaut appliziert wird. Auch die Bindehaut des Auges eignet sich gut, um einen Provokationstest durchzuführen.

Der Sinn dieses Testes besteht vor allem darin, bei einer geplanten Hyposensibilisierungsbehandlung ( Spezifische Immuntherapie, SIT ) mit dem spezifischen allergieauslösenden Allergenextrakt sicher zu gehen, dass dieses Allergen auch tatsächlich die Allergiesymptome auslöst.

Wie häufig kommt es bei Erlenpollen-Allergikern zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittelallergene und kann es auch zum allergischen Schock kommen?

Wie bereits schon erwähnt, ist bei einer Allergie auf Erlenpollen wegen der großen Ähnlichkeit mit den Birkenpollen ebenfalls in etwa 20 Prozent der Fälle mit einer Kreuzallergie auf Nüsse, Kernobst, Steinobst, Möhren und Tomaten zu rechnen.

Hierbei handelt es sich in der Regel um das sogenannte orale Allergiesyndrom, mit urtikariellen Schleimhautreaktionen im Mund- und Rachenraum.
Es kommt zu Juckreiz und Brennen, auch zu Schleimhautschwellungen, die in der Regel gut mit symptomatisch wirksamen Antiallergika zu behandeln sind.
Ein anaphylaktischer Schock in diesem Zusammenhang ist extrem selten. Eher wäre damit zu rechnen, wenn zusätzlich eine seltene Kreuzreaktivität zwischen Haselnuss - und Erdnuss vorliegt und erdnusshaltige Nahrungsmittel konsumiert werden.

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