App allergische Rhinitis

Die MASK ICT-Strategie und Anwendung

App-basiertes Kommunikationssystem bringt Allergie unter Kontrolle

Unheilige Allianz - Allergische Rhinitis und Asthma

Bereits seit längerem ist die enge Verknüpfung zwischen allergischer Rhi- nitis und Asthma nachgewiesen. Der nasobronchiale Luftweg ist als eine funktionelle Einheit zu betrachten. So ist es zu erklären, dass bei einer AR ausgeschüttete Entzündungsmediatoren aus der Nase systemische Reaktionen auslösen, die auch Bronchien und Lunge betreffen können (4). Mittels einer internationalen Studie konnten Laynaert et al. zeigen, dass die Prävalenz von Asthma bei Patienten mit AR sechs Mal höher ist als bei denjenigen ohne AR (5). Die AR ist als Prädiktor für Asthma zu bewerten und beeinflusst unbehandelt die Kontrolle eines bestehenden Asthmas ebenso negativ wie das Rauchen (6). Therapeutisch werden die AR und das allergische Asthma allerdings zumeist getrennt voneinander betrachtet und unterschiedlich behandelt. Doch wie sinnvoll ist das tatsächlich? Die Behandlung der AR hat Einfluss auf die Asthmakontrolle:

Dabei sind orale Antihistaminika, wie sie häufig zur AR-Behandlung eingesetzt werden, deutlich weniger geeignet als intranasal angewandte Steroide (INS), um einen therapeutischen Effekt an den unteren Atemwegen zu erreichen (7). In weiteren Untersuchungen konnte dieser positive Effekt der INS auf ein gleichzeitig zu AR bestehendes Asthma bestätigt werden (8). Allerdings bringen - trotz dieses Vorteils hinsichtlich der Asthmakontrolle - INS auch unter Hinzunahme von oralen Antihistaminika keine zufriedenstellende Verbesserung der nasalen und okularen Symptome, wie eine Studie unter mehr als 600 Allergie-Patienten ergab (9). Eine Alternative bietet ein Nasenspray mit einer innovativen Kombination aus dem Antihistaminikum Azelastinhydrochlorid und dem Kortikosteroid Fluticasonpropionat. Dieses ist nachgewiesenermaßen etwa doppelt so wirksam in der Linderung der nasalen und okularen Symptome wie die Einzelsubstanzen (9). Die höhere Effektivität des Nasensprays konnte auch unter „real life-Bedingungen“ bestätigt werden: In einer nicht interventionellen Studie (10) haben 95 Prozent der Patienten ihre Symptome bereits nach dreitägiger Behandlung mit dem Nasenspray als gut oder teilweise kontrolliert empfunden.

Teufelskreis Allergische Rhinitis – Asthma – Anaphylaxie

Ist Asthma als Komorbidität der AR sowieso bereits mit erhöhter Morbidität verbunden, haben Asthma-Patienten zudem noch ein gesteigertes Risiko eine schwere, mitunter tödliche anaphylaktische Reaktion zu erleiden (11). Die Anaphylaxie als höchste Eskalationsstufe allergischer Erkrankungen vom Soforttyp ist definiert als schwere, akute, lebensbedrohliche, generalisierte oder systemische Überempfindlichkeitsreaktion (12). Dabei kann es neben Hautreaktionen u.a. sowohl zu kardiovaskulären als auch zu respiratorischen Reaktionen kommen. Es ist bemerkenswert, dass bei unterschiedlichen Auslösern der anaphylaktischen Reaktion verstärkt das eine oder das andere Organsystem reagiert (13). So reagieren die Patenten bei einer Anaphylaxie, die durch Nahrungsmittel ausgelöst wird, vorwiegend respiratorisch und ersticken im schlimmsten Fall, was möglicherweise durch den Risikofaktor Asthma begünstigt sein kann (13). Denn auch hier ist der Zusammenhang gegeben: Nahrungsmittelallergien im Kindesalter prädisponieren für späteres Asthma (14). Behandelt wird die Anaphylaxie neben allgemeinen Maßnahmen und Volumenersatz, mit Adrenalin, Antihistaminika und Glukokortikoiden. Die frühe Gabe von intramuskulärem Adrenalin steht hierbei an erster Stelle und stellt eine der wesentlichen lebensrettenden Maßnahmen dar. Daher sollte Risiko- patienten dringend ein Notfallset – bestehend aus einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und einem Glukokortikoid – verordnet werden. Um sicher zu stellen, dass im Notfall der Patient oder Angehörige das Set und vor allem den Adrenalin-Autoinjektor korrekt anwendet, wer- den spezielle Anaphylaxie-Schulungen angeboten. Damit kann dem Patienten die notwendige Sicherheit und Handlungskompetenz gegeben werden, um in Krisensituationen adäquat reagieren zu können.

*Contre les Maladies Chroniques pour une VIeillisment Actif / Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma
** MACVIA-ARIA Sentinel NetworK for allergic rhinitis

 Referenzen:

(1)    Bousquet J et al. Global Surveillance, prevention and control of Chronic Res- piratory Diseases. A comprehensive approach. Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases. World Health Organization. ISBN 978 92 4 156346 8. 2007
(2)    Biermann, J. et al. Allergo J 2013;22:366-73.
(3)    Bousquet J et al. Allergy 2015;doi 10.1111/all.12686
(4)    Jeffery PK et al. BMC Pulm Med 2006; 6(Suppl 1):5
(5)    Laynaert et al. J Allergy Clin Immunol 2004,113(1):86-93.
(6)    Clatworthy J et al. Prim Care Resp J 2009, 18(4):300-5. doi: 10.4104/pcrj.2009.00037.
(7)    Price D et al Prim Care Respir J 2010, 19(3):266-73. doi: 10.4104/pcrj.2010.00040.
(8)  Lohia S et al. Allergy 2013, 68(5):569-79. doi: 10.1111/all.12124
(9)    Meltzer E et al Int Arch Allergy Imunol 2013, 161(4):369-77. doi: 10.1159/000351404. Epub 2013 May 4.
(10)    Klimek L et al. Allergy Asthma Proc 2015, 36:40- 47,2015;doi:10.2500/aap.2015 36 3823
(11)    Gonzalez-Perez et al. J Allergy Clin Immunol. 2010;125:1098-1104
(12)    Simons E et al. J Allergy Clin Immunol 2011;127:587-593
(13)    Pumphrey RS Clin Exp Allergy 2000;30(8):1144-50.
(14)    Nickel R. et al.J Allergy Clin Immunol. 1997;99(5):613-7.

Allergische Erkrankungen – das ist wichtig:

·         Atopische   Erkrankungen   sind    oft   auch  genetisch    beeinflusst    und manifestieren sich an verschiedenen Organsystemen.

·         Sie können gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig beeinflussen.

·         Der nasobronchiale Luftweg ist eine funktionelle Einheit Asthma folgt AR und umgekehrt.

·         Bei    Atopikern    besteht    immer    das    Risiko    der    Anaphylaxie    mit möglicherweise lebensbedrohlichen Folgen.

·         Allergien sind gut behandelbar. Das Risiko von Folgeerkrankungen lässt sich durch eine adäquate Therapie reduzieren.

Allergische Erkrankungen wie die AR sind keine Bagatelle: Neben massiver Einschränkung der Lebensqualität können sie schwere Komorbiditäten und lebensbedrohliche Reaktionen zur Folge haben. Eine Verbesserung des aktuell unbefriedigenden Krankheitsmanagements ist daher dringend geboten. Mit der Implementierung des neuen MASK-rhinitis-system, das moderne Kommunikationstechnologie rund um den Patienten einsetzt, könnte ein entscheidender Fortschritt im Sinne der Patienten gelingen.

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