Allergien: Beeinträchtigen sie die schulische Leistung beim Kind? - Welche Therapien kommen bei allergischen Kindern sonst noch in Frage?

Welche Therapien kommen bei allergischen Kindern sonst noch in Frage?

Antientzündlichen Nasensprays wirken hervorragend, wenn man sie regelmäßig vorbeugend nimmt. Von den Patienten erfordert dies eine gewisse Therapietreue und Motivation, aber zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit kommt es nicht und man kann sie über Monate hinweg einsetzen, ohne dass die Nasenschleimhaut geschädigt wird. Bei Kindern ab 12 Jahre lässt sich dies auch in Kombination mit nasalen Antihistaminika einsetzen, was zu einer sehr guten Kontrolle der Symptome führt. Man sollte diese Medikamente dann vor Einsetzen des Pollenfluges bevorraten, damit sie rechtzeitig zur Verfügung stehen, möglichst bevor die ersten Symptome auftreten.

Und diese Allergie Medikation wirkt sich auch positiv auf die kognitiven Fähigkeiten bzw. die schulischen Leistungen allergischer Kinder aus?

Man weiß über den Einsatz von Kortison-Nasensprays, dass die Nase abschwillt, dass sich die Schlafarchitektur verbessert und dass die Patienten weniger über Tagesmüdigkeit klagen.

Die effektivste Therapie ist aus meiner Sicht jedoch eine an der Ursache der Allergie ansetzende Therapie. Das bedeutet zunächst, dasauslösende Allergen soweit dies möglich, ist zu vermeiden, z.B. indem man sich von einem Haustier trennt, auf das das Kind allergisch reagiert.

Ist die Meidung des Allergens nicht möglich, z.B. bei der Hausstaubmilbenallergie, ist die spezifische Immuntherapie (SIT) eine sinnvolle Therapie. Untersuchungen haben gezeigt, dass die SIT sowohl in Form von Spritzen als auch mit Tabletten oder Tropfen, die man unter die Zunge gibt, effektiv sein kann. Hier kommt es auch nicht zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit. Die spezifische Immuntherapie verläuft über drei Jahre, hat aber auch 5 bis 10 Jahre nach Ende der Therapie noch einen Effekt.

Aber: Es ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass nicht nur die schulischen Leistungen leiden, wenn Kinder Allergien haben. Natürlich ist das den Eltern sehr wichtig, aber den Kindern liegt viel mehr daran, dass sie wie alle anderen auch, am Sportunterricht teilnehmen können. Sport und Spiel sind wichtig für Kinder, denn sie orientieren sich an ihrer „Peer group“, wollen dabei sein und nicht z.B. beim entscheidenden Spiel der Schulmeisterschaft fehlen. Es geht bei allergischen Kindern also nicht allein um die schulischen Leistungen, sondern um die Teilhabe am Alltag, um das „integriert sein“ und um die Lebensqualität!

Herr Dr. Gerstlauer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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