Allergien: Beeinträchtigen sie die schulische Leistung beim Kind? - Gibt es Unterschiede bei der Allergiebelastung, je nachdem, ob es sich um Heuschnupfen, ...

Gibt es Unterschiede bei der Allergiebelastung, je nachdem, ob es sich um Heuschnupfen, eine Hausstaubmilbenallergie oder eine Tierhaarallergie handelt?  

Für die Symptome des allergischen Kindes spielt es keine Rolle, um welches Allergen es sich handelt.  Die persistierenden Allergien, wie die Hausstaubmilbenallergie, sind jedoch problematischer, weil sie das ganze Jahr über Symptome verursachen. Bei der Tierhaarallergie hingegen wäre viel gewonnen, wenn man das Tier abgeben könnte. Ist dies nicht möglich, bestehen auch bei der Tierhaarallergie das ganze Jahr über Beschwerden.

Mittlerweile können aber auch die intermittierenden Allergien, wie die Pollenallergie einen sehr großen Teil des Jahres für Beschwerden sorgen. In langen schönen Sommern verlängert sich auch die Flugzeit, z.B. von Gräserpollen von Mai bis in die Sommermonate hinein. Die Kinder sind dann während drei bis vier Monaten diesen Allergenen ausgesetzt. Dahingegen sind Birkenpollen, die nur zwei bis drei Wochen fliegen, für allergische Kinder weniger belastend. Hat das Kind mehrere Pollenallergien gegen Pollen, deren Flugzeit ineinander übergeht, ist dies ebenfalls sehr problematisch. Ausschlaggebend für die Beeinträchtigung der schulischen Leistung bzw. die generelle Belastung sind die Dauer und die Schwere der Belastung.   

Weiß man, wie stark die Beeinträchtigungen allergischer Kinder im Schulalltag sind?

Dafür gibt es Anhaltspunkte. Bei einer Untersuchung allergischer Patienten im Schlaflabor konnte man z.B. sehen, dass sie Störungen in der Schlafstruktur und weniger erholsame Tiefschlafphasen hatten.

In einer Untersuchung aus Großbritannien wurden Jugendliche mit Heuschnupfen untersucht. Dabei wurden deren Examina-Schulnoten während der Gräserpollenflugzeit im Juni mit den Examensnoten im  November verglichen. Normalerweise ist der Notenunterschied zwischen Testexamina und Abschlussklausuren nicht sehr groß. Ein Vergleich der wichtigsten Fächer der Bereiche Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen zeigte jedoch bei den Schülern mit Pollenallergie ein doppelt so großes Risiko, in mindestens einem Fach mindestens eine Note schlechter abzuschneiden, wenn sie die Examina im Juni absolvieren mussten. Das zeigt, dass die Belastung in der Pollenflugzeit die Leistungsfähigkeit allergischer Kinder massiv beeinträchtigt.

Übrigens: Die Ergebnisse dieser Studie lassen sich auch auf erwachsene Patienten mit allergischer Rhinitis übertragen. Auch Erwachsene sind durch die Erkrankung in ihren kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Ob es darum geht, gut zu kombinieren oder schnelle Entscheidungen zu treffen, mit einer allergischen Rhinitis fällt das auch Erwachsenen schwerer. Insbesondere bei Berufen, in denen die Konzentrationsfähigkeit stark gefordert wird, wie z.B. bei Piloten, kann das sehr problematisch sein. Das Nebenwirkungsprofil von antiallergischen Medikamenten enthält oft den Hinweis, dass das Führen von Verkehrsmitteln nach Einnahme des betreffenden Medikamentes nicht erlaubt ist.

Handelte es sich bei den Kindern in der britischen Studie um unbehandelte Allergie-Patienten?

In der britischen Studie waren auch Kinder eingeschlossen, deren Allergiesymptome behandelt wurden. Wie gesagt, kann sich ja auch durch die Allergie-Medikation als Nebenwirkung eine gewisse Müdigkeit einstellen. Nicht jedes Allergie-Medikament eignet sich für jedes Kind.

Die Antihistaminika der neusten Generation sollen nicht mehr zu Müdigkeit führen…

Bei den neusten Antihistaminika sind Nebenwirkungen wie Müdigkeit sicherlich weniger ausgeprägt, als bei den älteren Präparaten. Aber auch die neuesten Präparate könnten bei entsprechend veranlagten Patienten müde machen. Deshalb kann es bei diesen Begleiterscheinungen durchaus sinnvoll sein, auf eine andere Substanz zu wechseln, die vielleicht besser verträglich ist.

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