Allergien: Beeinträchtigen sie die schulische Leistung beim Kind?

Viele Kinder leiden unter Allergien, aber beeinträchtigt das auch die schulische Leistung?  Diese Frage stellen sich viele Eltern, deren Kinder an Allergien der Atemwege wie Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Tierhaarallergie oder Asthma leiden. MeinAllergiePortal ist dieser Frage nachgegangen. Mit Dr. med. Michael Gerstlauer, Kinderpneumologe/Neonatologe und Oberarzt an der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Augsburg sprachen wir über die Auswirkungen von Allergien auf die Leistungsfähigkeit allergischer Kinder, sowie die Auswirkungen auf den Schulalltag und die Noten.

Herr Dr. Gerstlauer, Studien haben gezeigt, dass Allergien der Atemwege einen negativen Einfluss auf die kognitiven Funktionen haben können. Was heißt dies für die schulischen Leistungen von Kindern mit Allergien?

Allergische Erkrankungen belasten Kinder, aber auch Jugendliche, sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Darunter leiden auch die schulischen Leistungen der allergischen Kinder.

Worin liegen die Ursachen dafür, dass Kinder mit Allergien Probleme mit den schulischen Leistungen haben können?

Die Ursachen liegen in einem Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren.

Da sind zunächst die Symptome der Allergie an sich. Durch die verstopfte Nase bei der allergischen Rhinitis schnarchen viele Kinder und wachen dann am nächsten Morgen entsprechend schlecht ausgeruht auf. Beim allergischen Asthma hält oft der Husten die Kinder wach.

Dann wissen wir, dass der Botenstoff Histamin, der bei allergischen Erkrankungen ausgeschüttet wird, den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Auch eine durch die Allergie ausgelöste Histaminausschüttung kann bei Kindern zu Schlafstörungen führen. Generell leidet die schulische Leistungsfähigkeit, wenn die Kinder schlecht schlafen und sich dementsprechend schlecht erholen. Die Kinder sind dann in der Schule einfach nicht mehr so wach und aufmerksam, wie sie sein sollten.

Eine weitere Ursache für die Beeinträchtigung schulischer Leistungen durch Allergien sind die Medikamente. Manche antiallergischen Medikamente machen die Kinder müde und auch dies beeinträchtige deren Konzentrationsfähigkeit in der Schule.

Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen betreffen aber immer auch das Mittelohr. Oft hören Kinder mit Allergien deshalb schlechter und wer schlechter hört, kann die Informationen nicht aufnehmen. Was man gar nicht erst hört, kann man sich auch nicht merken!

Die Allergie-Symptome an sich spielen natürlich auch eine Rolle. Kinder, die ständig nießen, husten oder die Nase schneuzen und dann vielleicht noch vom Lehrer ermahnt werden, weil sie den Unterricht stören, sind grundsätzlich weniger aufnahmebereit als gesunde Kinder.

Es ist  nachvollziehbar, dass Kinder in der Zeit, in der sie von Allergien belastet sind, zum Teil sogar schlechtere Noten bekommen. Die Eltern merken das z.B. häufig erst dadurch, dass sie den Lehrer direkt auf die akuten Heuschnupfen-Beschwerden des Kindes ansprechen und ihn nach seinem Eindruck fragen.

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