Ambrosia Allergie

Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum München

Ambrosia-Allergie: Ausbreitung des Traubenkrauts in Deutschland!

An welchen Symptomen zeigt sich eine Allergie auf Ambrosia?

Eine Ambrosia-Allergie kann in folgenden Formen auftreten:

1.     Allergische Rhinokonjunktivitis („Ambrosia-Heuschnupfen“)Die Symptome diese Form der allergischen Reaktion auf Ambrosia sind die des klassischen Heuschnupfens. Typische Beschwerden sind Nasenjucken, Niesen, Fließschnupfen, verstopfte Nase, Augenrötung, Juckreiz der Augenlider, Augentränen und Gaumenjucken. Nicht alle Symptome müssen parallel auftreten. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen neben den nasalen Symptomen auch an Augensymptomen.

2.    Allergisches Asthma („Ambrosiaasthma“)
In der Regel geht der Entwicklung von Asthma durch Ambrosia eine allergische Rhinitis durch Pollen voraus. Wird der „Ambrosia-Heuschnupfen“ nicht richtig bzw. ausreichend behandelt, z.B. durch eine spezifische Immuntherapie, kann die allergische Rhinitis in ein allergisches Asthma übergehen und ein Etagenwechsel findet statt. Dabei kann allerdings die allergische Rhinitis weiter bestehen bleiben.

Zu Beginn besteht stets ein intermittierendes Asthma, mit Symptomen wie trockenem Husten, Atem-Enge, Thorax-Engegefühl, nächtlichem Erwachen und verminderter körperlicher Belastungsfähigkeit. Die Beschwerden treten in den ersten Jahren nur während der Ambrosiapollenflugzeit auf. Nach einigen Jahren - der Zeitraum ist individuell sehr unterschiedlich und abhängig von verschiedenen Faktoren wie Rauchen, Stärke der Exposition, genetischer Hintergrund u.a. – kann das zeitlich begrenzte in ein persistierendes Asthma übergehen.

3.    Orales Allergie-Syndrom
Durch eine Kreuzallergie mit den Allergenen von Ambrosia- (und Beifuß-) Allergenen kann es bei der Aufnahme von Sellerie, Gewürzen wie Anis, Petersilie, Pfeffer, Paprika oder Kümmel oder Karotten zu Juckreiz im Mund, Kribbeln, Brennen, Ödemen an den Lippen oder auf der Zunge kommen. Seltener treten auch Husten und Atembeschwerden auf. Während der Pollensaison sind die Symptome meist stärker als außerhalb der Saison und auch die Ausprägung kann unterschiedlich sein. Ca. jeder zweite Erwachsene mit einer Ambrosia-Rhinitis leidet auch an einem Oralen Allergie-Syndrom.

4.    Allergische Dermatitis in Form von Kontakturtikaria oder Kontaktekzem
Ambrosia enthält Phyto-Kontaktallergene, d.h. bei direktem Kontakt mit Pflanzenteilen, z.B. den Blättern, kann es zu einem akuten Ekzem an den Händen, Unterarmen und im Gesicht, insbesondere den Augenlidern, mit Papulovesikeln kommen oder aber auch zu einem chronisch-hyperkeratotischen Ekzem.    

Wie behandelt man die Ambrosia-Allergie?

Für die Therapie der allergischen Rhinitis und des allergischen Asthma durch Ambrosia gelten die gleichen Empfehlungen wie für die allergische Rhinitis und allergische Asthma, die durch andere Pollenarten ausgelöst wurden.

Auch bei der Diagnose gibt es auch keine Unterschiede zum Heuschnupfen?

Bei der Diagnose der Ambrosia-Allergie sieht es etwas anders aus. Aufgrund der Ähnlichkeit der Majorallergene von Ambrosia und Beifuß Amb a 1 und Art v 6 bzw. Art v 1 und Amb a 4 und der in beiden Pollenarten enthaltenen Panallergene, stehen Ambrosia- und Beifußpollenallergie oft miteinander in Verbindung. Studien konnten nachweisen, dass fast alle Patienten, die gegen Beifußpollen sensibilisiert sind, auch auf Ambrosiapollen reagieren. Im Gegensatz dazu zeigt ein großer Teil der Patienten, die gegen Ambrosiapollen sensibilisiert sind, keine Anzeichen einer Beifußpollen-Sensibilisierung.

Eine Unterscheidung zwischen der Ambrosia- und der Beifußpollenallergie nur aufgrund saisonaler oder klinischer Kriterien ist fast unmöglich, weil die Blütezeiten nahezu identisch sind. Für routinemäßig durchgeführte Tests wie z. B. den Prick-Test oder den RAST werden derzeit meist nur Gesamtpollenextrakte eingesetzt, so dass auch hier eine Unterscheidung zwischen einer Ko-Sensibilisierung und einer Kreuzsensibilisierung kaum möglich ist, da auch monosensibilisierte Patienten auf Pollenextrakte beider Pflanzen reagieren können.

Um das richtige Extrakt für eine spezifische Immuntherapie zu ermitteln, entweder mit nur einem oder beiden Pollenextrakten, benötigt man eine exakte Diagnose, wie sie die komponentenbasierte Diagnostik liefert. Wenn eine Amb a 1-Sensibilisierung vorliegt, kann eine spezifische Immuntherapie gegen Ambrosia empfohlen werden.

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