Nasenspray Fluticasonpropionat Azelastinhydrochlorid

Prof. Dr. Ludger Klimek, HNO Zentrum Wiesbaden

Allergische Rhinitis: Studie zu Nasenspray aus Fluticasonpropionat und Azelastinhydrochlorid

Bad Homburg, 23.04.2015 – Trotz einer ganzen Reihe von gängigen Therapeutika wird die Allergische Rhinitis (AR) auch heute noch oftmals nicht adäquat kontrolliert.  Dabei können AR-Patienten im Alltag mit einem Nasenspray aus Fluticasonpropionat und Azelastinhydrochlorid rasch Symptomfreiheit erlangen – unabhängig  vom Schweregrad und von der Ätiologie der AR oder vom Alter der Patienten. Dies zeigen die Ergebnisse einer nicht-interventionellen Studie (NIS) mit 1781 AR-Patienten in Deutschland. „Beschwerdefreiheit ist das Ziel, an dem sich Medikamente zur AR-Therapie messen lassen sollten. Die NIS-Daten unterstützen  die Bewertung  des Nasensprays als Mittel der Wahl bei AR, wenn Standardtherapeutika nicht  ausreichen“, betont Prof. Ludger  Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden.

Schnell, effektiv und sicher im Alltags-Check  

Die Wirkstoffkombination aus Fluticasonpropionat und Azelastinhydrochlorid ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren zur Linderung der Symptome der mittelschweren bis schweren saisonalen und perennialen AR zugelassen, wenn eine Monotherapie entweder mit einem intranasalen Antihistaminikum oder einem Glukokortikoid nicht als ausreichend erachtet wird.

Die Studienergebnisse zeigten laut Klimek, dass mit den derzeitigen First-Line-Medikamenten nach wie vor viele AR-Patienten das Therapieziel Symptomkontrolle nicht erreichten1): So hatten bei  Beobachtungsbeginn 62 Prozent aller Patienten trotz Vorbehandlung mit intranasalen Glukokortikosteroiden und/oder oralen Antihistaminika in der Vergangenheit keine ausreichende Beschwerdefreiheit erlangt und bei 32 Prozent konnten akute Symptome nicht adäquat kontrolliert werden. Untermauert werde die unzureichende Therapiesituation durch die große Anzahl der AR-bedingten Arztbesuche: 24,4 Prozent der Patienten hatten im Jahr vor Beobachtungsbeginn  ihren Arzt wegen AR-Beschwerden zweimal aufgesucht, 17,1 Prozent dreimal und 9,3 Prozent viermal – 13,2 Prozent sogar fünfmal oder öfter. Ein weiterer Hinweis sei die bei Studieneintritt festgestellte hohe Co-Medikationsrate und starke Beeinträchtigung der  Patienten durch AR-Symptome. Daher ist ein besseres AR-Management gefordert. „Ein erster Schritt besteht darin, den Nutzen von AR-Therapien im Behandlungsalltag – durch belastbare Anwendungsbeobachtungen - möglichst unkompliziert, in einer den Ärzten wie Patienten verständlichen Sprache zu evaluieren, so Klimek.

Schnelle und wirkungsvolle AR-Kontrolle

Erstmals wurden daher der praktische Nutzen, die Effektivität und Sicherheit des Nasensprays in einer multizentrischen, prospektiven, nicht-interventionellen Studie anhand der von Ärzten anerkannten einfachen 100-mm-VAS (visuelle Analogskala)2) unter Alltagsbedingungen untersucht. Eine Baseline von 50 – 74 mm wurde als mittelschwerer, 75 – 100 mm als schwerer AR-Schweregrad eingestuft. Es zeigte sich, dass das Nasenspray den mittleren VAS-Ausgangswert von 75,4 mm im Durchschnitt auf 21,3 mm am letzten Untersuchungstag  reduziert. Dies entspricht einer Verringerung um 54,1 mm (eine Verbesserung von = 23 mm zur Baseline wird als klinisch bedeutende Verbesserung definiert3).

Die Symptom-Reduktion war unabhängig vom Schweregrad der AR und erfolgte rasch und  effektiv: Am Tag 3 berichteten 55,6 Prozent der Studienteilnehmer (n = 991), dass ihre Symptome gut kontrolliert seien. 38,7 Prozent (n = 690) empfanden sie als teilweise kontrolliert und lediglich 4 Prozent (n = 72) empfanden ihre Symptome als unkontrolliert. Wie schnell die Symptomkontrolle erreicht wurde, sowie deren Dauer, war nicht vom Patientenalter oder von der AR-Form (saisonale [SAR] bzw. perenniale allergische Rhinitis [PAR]) abhängig. Das Präparat ist gut verträglich  und führt zu einem schnellen klinisch relevanten Ansprechen  der  Therapie: „Etwa ein Drittel der Patienten erreichte eine klinisch relevante Symptomreduktion bereits innerhalb des ersten Tages, ca. zwei Drittel am dritten Tag und ca. 80 Prozent nach einer Woche Behandlung. Damit waren die Ansprechraten der NIS höher als die im klinischen Studiensetting beobachteten“, erläutert Klimek.

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