Baumpollenallergien

Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin

Heuschnupfen: Baumpollenallergien nehmen im Jahresvergleich deutlich zu

 

Pollenflugleiten 2015

Gräser- und Beifußpollen werden eine mittlere Stärke besitzen und unverändert auf dem Niveau der vergangenen 15 Jahre bleiben. Allergiker müssen sich auf eine mit 2014 vergleichbare Symptomstärke einstellen.

Die Pollensaison für Ambrosiapollenallergiker wird stark vom Fernflug der Ambrosiapollen aus der ungarischen Tiefebene und dem Gebiet des Plattensees beeinflusst werden. Hiervon werden vorwiegend die nördlichen und östlichen Bundesländer betroffen sein. Das Ende der Pollensaison wird für den 20.9. mit dem Ende des Flugs der Ambrosiapollen angenommen.

Berliner Bezirke: Massive Unterschiede in der Pollenkonzentration

Eine aktuelle Studie der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zeigt anhand des Beispiels der Stadt Berlin, dass die Pollenkonzentration selbst innerhalb einer Stadt sehr unterschiedlich sein kann. Erste Auswertungen zeigen, dass der größte Unterschied in der Birkenpollenkonzentration zwischen den Messstellen in den Berliner Bezirken bei mehr als 200 Prozent liegt. Auch die Verteilung der Gräserpollen zwischen den Berliner Bezirken unterscheidet sich deutlich, sogar um bis zu 300 Prozent. Gemessen wurde mit 16 Stationen, an sehr  belebten Orten wie dem Bahnhof Zoo genauso wie in ruhigen Parkanlagen.

„Die Studie zeigt, dass der Wohnort innerhalb der Stadt einen großen Unterschied für die Belastung durch Birken- und Gräserpollen ausmachen kann“, sagt Prof. Bergmann, Leiter dieser Studie. „Damit ist allerdings auch klar, dass die bisherigen beiden Messstellen in Berlin nicht ausreichen, um für Pollenallergiker eine genau Belastungsvorhersage zu liefern. Wir benötigen wesentlich mehr Messpunkte.“

Ambrosia in Berlin

Die Zahl der Ambrosiapollen in Berlin ist in den vergangenen Jahren nicht signifikant gestiegen, aber die Verbreitung ist unverändert hoch. Die Ambrosia ist selbst in unmittelbarer Nähe von Kindergärten und Schulen zu finden. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) macht erneut auf das hohe Allergenpotential dieser Pflanze aufmerksam, die jede für sich Millionen von Pollen produziert. Die Ambrosia kann ganze Landstriche kolonisieren.

Eine wesentliche Gefahr, beim gelegentlichen  Ausreißen der Pflanze  durch den Kontakt mit ihren Pollen oder bei Berührung mit der Hand eine Allergie gegen Ambrosia zu entwickeln, besteht in der Regel nicht. Es wird trotzdem empfohlen, beim Ausreißen Handschuhe zu tragen und die Pflanze auf Abstand zum Gesicht zu halten.

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