Mehr Heuschnupfen Symptome durch Sport? Auswirkungen der Pollenallergie auf Sportler!

Konnten Sie ermitteln, aus welchen Gründen die Sportler bestimmte Therapieformen wählten? Warum z.B. entschieden sich nur wenige Sportler für eine spezifische Immuntherapie (SIT)?

Die Gründe, die bei den Sportlern zur Entscheidung für bestimmte Therapieformen führten, waren vielfältig. Bei der Hyposensibilisierung spielte das Wissen bzw. Nicht-Wissen um diese Therapieformen eine Rolle. Ein weiterer Faktor war die Frage nach der Übernahme der Therapiekosten durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Auch das Thema „Nebenwirkungen“ spielte im Zusammenhang mit der SIT eine Rolle. Die Sportler stellten sich Fragen wie: Wirkt sich die Behandlung leistungsmindernd aus? Wie lange muss ich die Therapie durchführen? Wieviel Zeit muss ich in die Therapie investieren? Eine ganz besonders wichtige Frage für die Sportler war: Inwieweit ist die Therapie dopingrelevant?

Gab es in Ihrer Untersuchung Unterschiede je nachdem, wie professionell die Sportart betrieben wurde?

Die befragte Gruppe war sehr heterogen, d.h. die Befragten betrieben ihren Sport auf sehr unterschiedlichem Niveau. Man konnte in unserer Studie zwei Tendenzen erkennen.

Zum einen fragten sich viele betroffene Allergiker: Wie stark ist meine Leistung trotz Allergie steigerungsfähig? Kann ich trotz Allergie eine Trainingsleistung erbringen, die mich in internationalen Spitzenwettkämpfen konkurrenzfähig macht?

Zum anderen gibt es Medikamente zur Behandlung von Allergien, die eine leistungsfördernde Wirkung haben und von Nicht-Allergikern zur Leistungssteigerung eingesetzt werden. Kortisonhaltige Asthmasprays z.B. verhelfen Asthmatikern durch ihre bronchienerweiternde Wirkung zu einer normalen Atemleistung. Bei Menschen mit Asthma führt der Allergenkontakt zu Entzündungsreaktionen und dadurch sind die Bronchien verengt.

Bei gesunden Menschen führen die kortisonhaltigen Asthmasprays dazu, dass man eine geringere Atemleistung bringen muss um eine entsprechende Luft in die Lungen zu bringen und das kann die Leistung steigern. Wenn gesunde Menschen diese Sprays nutzen – und dies kommt tendenziell eher im Profisport und nicht bei Freizeitsportlern vor – muss man dies allerdings als Doping bezeichnen. Deswegen stehen diese Substanzen auch auf der Dopingliste. Außerdem sollte man immer bedenken, dass man von Asthmasprays auch psychisch abhängig werden kann. Dies gilt übrigens auch für den übermäßigen Gebrauch von Nasentropfen, der bei Schwimmern hin und wieder zu beobachten ist. Und: Es gibt auch Nasentropfen, die auf der Dopingliste stehen.

Besteht jedoch tatsächlich ein vom Arzt bescheinigtes Belastungsasthma lassen die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) und World Anti-Doping Agency (WADA) für betroffene Sportler Ausnahmen zu.  

Herr Dr. de Marees, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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