Allergie-Cluster der Uni Wien entwickelt personalisierte Pollenflug-App

Menschen mit Heuschnupfen sollen sich künftig europaweit eine individuelle Pollenflugwarnung auf ihr Smartphone laden können. Daran arbeitet das Forschungscluster "Allergie" der Medizinischen Universität Wien, wie in einer Pressemitteilung der Universität mitgeteilt wurde.

Dabei werden zwei Entwicklungen kombiniert. Zum einen wird an einer europaweiten Pollenflug-Belastungskarte gearbeitet. Als Basis dient eine internationale Studie, die im Zeitraum 2009 bis 2012 in Österreich, Frankreich und Serbien durchgeführt wurde. Dabei mussten die Testpersonen ein Pollentagebuch führen in dem sie ihre Reaktionen auf Pollen der beifussigen Ambrosie notierten.

Schon hier zeigten sich, so die Wiener Wissenschaftlerin Katharina Bastl, regionale Unterschiede. Bei den AllergikerInnen in Serbien beginnen die körperlichen Probleme erst bei 37,7 Pollen pro Kubikmeter Luft, bei den ÖsterreicherInnen bereits bei 9,5 Pollen und bei den Franzosen und Französinnen schon ab 5,2 Pollen/Kubikmeter Luft. Zu beachten ist dabei, dass die Dichte der Ambrosie in Serbien höher ist als in Österreich oder Frankreich. Die durchschnittliche Anzahl an Ambrosie-Pollen pro Jahr beträgt rund 5.800 in Serbien (Vojvodina), in Österreich (pannonisches Tiefland/Wien/Burgenland) rund 1.760 und in der französischen Rhone-Alpes-Region 1.130. „Je höher die Pollenbelastung ist, der man sein bisheriges Leben lang ausgesetzt ist, desto toleranter wird man“, analysiert Katharina Bastl die Ergebnisse. „Möglicherweise gibt es sogar einen Anpassungseffekt, wenn man lange genug in einer Region mit höherer Belastung lebt.“ Daraus lassen sich bereits erste Reiseempfehlungen für Personen nach den Regionen aus denen sie stammen bzw. in denen sie schon länger leben für Zeiten des Pollenflugs ableiten.

Da das Pollentagebuch insgesamt bereits in elf europäischen Ländern Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Schweden, Finnland, Serbien, Türkei, Ungarn, Litauen und Slowenien von über 29.000 Betroffene genutzt wird, sollen nun auch weitere Schwellenwerte ermittelt werden. Nächstes Forschungsobjekt sind die Gräser-Pollen.

Einfließen sollen diese Erkenntnisse dann in das zweite Projekt der Allergologen der Universität Wien, die neue personalisierte kostenlose Pollen-App (Download www.pollenwarndienst.at oder www.polleninfo.org), die seit Mitte März bereits für Österreich und ab April auch für Deutschland und Frankreich aktiviert werden kann. Es ist auch hier geplant, sie europaweit nutzbar zu machen.  Auf Basis von ganz persönlichen Allergie-Symptomdaten erfolgt dabei eine allgemeine Vorhersage für die bevorstehenden Tage (keine bis sehr hohe Belastung) direkt aufs Handy oder Smartphone der Betroffenen.

Dieses vielversprechende Projekt kann weiter dazu beitragen, AllergikerInnen das Leben zu Zeiten der Pollensaison durch Kontaktvermeidung oder –minimierung zu erleichtern.

Quelle: Medizinische Universität Wien. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Presseinformation vom 04.04.2013

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