Kreuzreaktionen bei Nahrungsmittelsensibilisierungen

Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité in Berlin.

Kreuzreaktionen: Welche Nahrungsmittel-Sensibilisierungen sind selten?

Gibt es auch für die selteneren Sensibilisierungen die entsprechenden Extrakte?

Für eine Vielzahl von Nahrungsmittelallergenen liegen leider keine Extrakte vor, Grund ist eine neue gesetzliche Regelung, die gut gemeint Testallergene als Arzneimittel einstuft, aber damit leider erreicht, dass Allergietestungen im Hauttest nur noch sehr eingeschränkt möglich sind. Ist dies der Fall, so kann man mit den frischen Nahrungsmitteln testen  -  der ausführlichen Anamnese und der oralen Provokationstestung kommen daher noch mehr Bedeutung zu.

Wann ist ein oraler Provokationstest nötig?

Besteht nach Testung nicht eindeutig Klarheit, kann durch eine standardisierte orale Nahrungsmittelprovokationstestung der Auslöser gefunden werden. Hierbei werden die verdächtigen Nahrungsmittel unter ärztlich kontrollierten Bedingungen wiederholt verzehrt. 

Wie sieht die Therapie aus, müssen die relevanten Nahrungsmittel strikt gemieden werden?

Das ist genau richtig. Die derzeit einzige Therapie der Nahrungsmittelallergie ist der strikte Verzicht auf den Auslöser. Daher ist es sehr wichtig, den oder die individuellen Auslöser so genau wie möglich zu kennen, damit eine unnötig strenge und einschränkende Diät vermieden werden kann.

Inwiefern hilft die Hyposensibilisierung auf das Primärallergen?

Falls bei Allergien auf Äpfel oder Nüsse, eine Allergie auf z.B. Birken- oder Beifußpollen zugrunde liegt, bietet eine Hyposensibilisierung auf das Atemwegsallergen eine gute Therapieoption, die Chance auch auf Besserung der Kreuzallergie liegt bei ca. 50 Prozent.

Herr Prof. Zuberbier, herzlichen Dank für dieses Interview!

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