Hyposensibilisierung Etagenwechsel

Dr. Peter Kardos, Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt.

Hyposensibilisierung: wie kann sie einen Etagenwechsel verhindern?

 

Welche Rolle spielt die Allergenkonzentration der für die Hyposensibilisierung genutzten Extrakte?

Für die subkutane Form in Forma von Spritzen gilt: Je höher die verabreichte Gesamtdosis, desto besser die zu erwartende Wirkung. Hohe Dosen können durch hohe Konzentrationen in Einzeldosen (soweit toleriert) und eine lange Behandlungsdauer erreicht werde. Für die relativ neue, sublinguale Therapie ist dieser Zusammenhang aus Studien noch nicht so klar.

Manche Patienten reagieren auf mehrere Allergene allergisch, wie geht man in diesen Fällen bei der Hyposensibilisierung vor?

Grundsätzlich gilt: Je höher die Anzahl der zu behandelnden Allergene umso geringer ist die Erfolgschance. Es kommt allerdings häufig vor, dass Patienten im Pricktest auf mehrere Pollenallergene reagieren. In solchen Fällen hilft uns manchmal die molekulare Allergologie weiter:

Wenn die Hautreaktion sowohl auf Birke, als auch auf Gräserpollen positiv ausfällt, können die Major- und Minorallergene der entsprechenden Pollen im Labor bestimmt werden. Häufig wird man finden, dass der Patient zum Beispiel spezifische Immunglobulin E Antikörper auf Major- und Minorallergene der Birke, aber nur auf die - teils identischen - Minorallergene der Gräserpollen aufweist, dass also bei Gräsern nur eine Kreuzallergie besteht. In diesem Fall ist die Hyposensibilisierung mit einem Birkenpollenextrakt erfolgsversprechender, als die Mischung aus Birken- und Gräserpollen.

Dasselbe gilt bei der Insektengiftallergie. War es die Wespe oder die Biene? In 40 Prozent der Fälle ist die Hautreaktion auf beide Insektengifte positiv, jedoch nur auf ein Majorallergen.  

Anhand welcher Marker kann man den Erfolg der Hyposensibilisierung überprüfen und in welchen Abständen ist dies nötig?

Wir verfügen leider über keine sicheren Biomarker für die Feststellung des Erfolges. Das spezifische IgE steigt unter Behandlung anfangs eher noch an als dass es verschwindet. So genannte blockierende IgG4 Antikörper entwickeln sich zwar unter der Behandlung, ihre Konzentration zeigt jedoch den klinischen Erfolg nicht an.  Es lohnt sich daher nicht, Biomarker zu bestimmen. Verlass ist nur auf die klinische Symptomatik.

Herr Dr. Kardos, herzlichen Dank für dieses Interview!

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