Hyposensibilisierung Etagenwechsel

Dr. Peter Kardos, Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt.

Hyposensibilisierung: wie kann sie einen Etagenwechsel verhindern?

Bei einer allergischen Rhinitis besteht für die Betroffenen die Gefahr, an Asthma zu erkranken, man nennt das auch Etagenwechsel. Therapie der Wahl ist die Hyposensibilisierung, aber was können Patienten von dieser Behandlung erwarten? Welche Rolle spielt es ob die Hyposnsibilisierung per Spritze oder durch Tabletten erfolgt und welche Rolle spielt die Allergenkonzentration der Extrakte? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Peter Kardos, Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt.

Herr Dr. Kardos, bei der kutanen spezifischen Immuntherapie erhält der Patient zu Beginn der Therapie Injektionen mit Allergenextrakten "seines" Allergens, was passiert dann im Körper?

Ziel dieser über 100 Jahre alten Therapie ist es, eine immunologische Toleranz gegenüber den als Allergen wirkenden Stoffen zu erzeugen. Dies wird durch Verabreichung  des Allergens in Form von subkutanen Spritzen in steigenden Dosen erreicht.

Die Verabreichung erfolgt anfangs wöchentlich und später, wenn die Höchstdosis erreicht wurde, monatlich. Die subkutane Immuntherapie bewirkt 3 wichtige Dinge:

1.    Sie lindert die Symptome bereits nach 4 Monaten Behandlung
2.    Sie grenzt das zunehmende Spektrum der Sensibilisierungen ein. Häufig wird aus einer monovalenten Gräserpollenallergie der Kindheit eine multiple Sensibilisierung bis zum Erwachsenenalter auf alle möglichen Pollen, Hausstaubmilben etc.  
3.    Sie kann den Etagenwechsel , in der angelsächsischen Literatur Allergic March genannt,  verhindern, d.h. aus dem Heuschnupfen wird sich nicht mit der Zeit ein allergisches Asthma entwickeln.

Welche Unterschiede gibt es bei der Hyposensibilisierung zwischen der Spritzentherapie und der Tablettentherapie?

Die sublinguale Therapie, also die Behandlung mit Tropfen oder Tabletten, die nicht geschluckt werden, sondern unter der Zunge zergehen sollen, wird täglich durch den Patienten, zu Hause verabreicht. Dabei wird meist von Anfang an die volle Dosis gegeben. Der größte Unterschied liegt darin, dass die Langzeiteffekte noch nicht bekannt sind. Verhindert es den Etagenwechsel? Verhindert es die Ausbreitung des Allergenspektrums ähnlich, wie die subkutane Behandlung? 

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