Kreuzallergie Birkenpollenallergiker Apfelsorten

Diplom-Oecotrophologin Frau Dr. Anja Waßmann, Ernährungstherapeutin bei MENSINGDERMA medic in Hamburg

Kreuzallergie: Gibt es verträgliche Apfelsorten für Birkenpollenallergiker?

Weiß man, welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen, z.B. das Anbaugebiet etc.?

Ja, es konnten bereits verschiedene Faktoren beobachtet werden, die den Allergengehalt im Apfel und somit auch seine Verträglichkeit für Birkenpollenallergiker beeinflussen. So variiert der Allergengehalt derselben Apfelsorte z.B. erheblich je nach Anbaugebiet, Vegetationsjahr, Lagerbedingungen nach der Ernte und Art der Verarbeitung des Apfels. Wir wissen, dass extreme Klimabedingungen, wie starke Kälte oder Hitze, zu viel Niederschlag oder andauernde Trockenheit, aber auch eine starke Sonneneinstrahlung den Allergengehalt im Apfel ansteigen lassen. Auch zeigt sich, dass der Allergengehalt im Apfel mit Dauer der Lagerung zunimmt. Das heißt für den Birkenpollenallergiker, dass ein Apfel im Frühjahr nach mehrmonatiger Lagerung eher Reaktionen auslösen kann, als ein im Herbst frisch vom Baum gepflückter Apfel. Im Frühjahr kann die Verträglichkeit zudem dadurch verschlechtert werden, dass in den Monaten März bis Mai die Birkenpollen fliegen und dadurch die Reaktionsschwelle sinkt.

Neben den eben genannten äußeren Einflüssen können auch verstärkende Faktoren, wie der gleichzeitige Verzehr verschiedener birkenpollenassoziierter Nahrungsmittel z.B. in einem Obstsalat Reaktionen begünstigen. Auch der gleichzeitige Verzehr von Alkohol oder die Einnahme bestimmter Schmerzmittel, körperliche Anstrengung, das Vorliegen einer begleitenden Magen-Darm-Erkrankung oder eines Asthma bronchiale sind ebenfalls Risikofaktoren für deutlichere Reaktionen nach Verzehr von Apfel.

Gibt es Faktoren, die die Verträglichkeit von Äpfeln für Birkenpollenallergiker verbessern können?

Da das Apfelallergen Mal d 1 relativ empfindlich gegenüber Hitze und Verarbeitung ist, kann der Allergengehalt des Apfels durch verschiedene Zubereitungsmethoden verringert werden. Erhitzt man den Apfel durch Kochen oder Backen, schält, schneidet oder reibt man ihn und lässt den zerkleinerten Apfel anschließend stehen bis eine deutliche Bräunung einsetzt, kann der Gehalt an Mal d 1 verringert werden. Auch die gezielte Kombination mit fett- und eiweißreichen Speisen kann dazu führen, dass Reaktionen abgemildert werden oder ganz ausbleiben.

Wie sollten Birkenpollenallergiker vorgehen um herauszufinden, welche Apfelsorten sie vertragen?

In wieweit die Verträglichkeit des Apfels durch diese küchentechnischen Maßnahmen verbessert werden kann, muss individuell sorgfältig überprüft werden. Dies sollte der Patient jedoch nicht in Eigenregie, sondern idealerweise in Zusammenarbeit mit einer allergologisch versierten Ernährungsfachkraft im Rahmen einer ambulanten Ernährungstherapie austesten. Kontaktadressen qualifizierter Ernährungsfachkräfte findet man über den Deutschen Allergie und Asthmabund (DAAB) e.V. (www.daab.de) oder den Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie (Ak Dida) (www.ak-dida.de).

Frau Dr. Waßmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

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