Heuschnupfen Pollenapp

Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und Mitinitiator des Pollenapp-Projektes

Heuschnupfen? Asthma? Präzise Pollenflugvorhersagen mit Pollen 3.0!

Steigende Pollenbelastung durch CO2-Ausstoß

Schon seit geraumer Zeit hat sich in Laborversuchen ein Zusammenhang zwischen dem zunehmenden CO2 Ausstoß und einem Anstieg der Pollenkonzentration gezeigt. Eine europaweite, im Jahr 2012 publizierte Studie,1) in die auch in Deutschland erhobene Daten eingingen, bestätigten diesen Zusammenhang.

Die Studie konnte für zahlreiche Pflanzenarten, darunter auch allergene Pollenarten, einen signifikanten Trend zum Ausstoß höherer Pollenmengen nachweisen, ein Trend der sich verstärkt in urbanen Regionen bzw. Städten zeigte.

Von einem Anstieg der Pollenkonzentrationen betroffen waren fast alle Europäischen Länder, u.a. auch Deutschland Die Forscher gehen davon aus, dass neben der Klimaerwärmung die hohe CO2–Belastung der Atmosphäre eine wesentliche Rolle bei dieser Entwicklung spielt.

Pollen und Feinstaub – eine gefährliche Kombination für Allergiker

Eine Studie, die im Jahr 2013 in Berlin durchgeführt wurde2) bestätigt die Ergebnisse der europaweiten Studie. Anhand einer vergleichenden Auszählung von Gräserpollen konnte man nachweisen, dass in den Bezirken Tiergarten und Adlershof deutlich weniger Pollen zu finden waren, als in der Nähe der Stadtautobahn A100 – dort herrschte gleichzeitig eine besonders hohe Feinstaubkonzentration.

Ein Vergleich: Die Gräserpollen-Konzentration lag an der Stadtautobahn A100 sogar mehr als 100 Prozent über der Gräserpollen-Menge des Bezirks Tiergarten und 50 Prozent über der Pollenkonzentration im Bezirk Adlershof. "Ich gehe davon aus, dass die Kombination von größeren Pollenmengen und erhöhter Feinstaubkonzentration zu verstärkten Heuschnupfensymptomen führen kann", warnt Prof. Bergmann.

Anzahl der Pollenallergiker stagniert auf hohem Niveau – Anzahl der Asthmatiker steigt

Die Zahl der an einer Pollenallergie leidenden Erwachsenen in Deutschland ist gleichbleibend hoch. Wie eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts3) für den Zeitraum zwischen 2008 und 2011 zeigt, leiden 16,5 Prozent  der Frauen und 13 Prozent der Männer an Heuschnupfen. Am häufigsten betroffen ist die Altersgruppe der 30 bis 39jährigen – hier leiden 22,7 Prozent der Frauen und 18,9 Prozent der Männer unter einer Pollenallergie. Aber auch in höherem Alter ist die Pollenallergie ein Thema. In der Altersgruppe der 70 bis 79jährigen sind immerhin noch 9,7 Prozent der Frauen bzw. 4,3 Prozent der Männer betroffen. Damit blieb die Zahl der Heuschnupfen-Erkrankten im Vergleich zum Jahr 1998 stabil. Die Zahl der erwachsenen Asthmatiker ist hingegen im Vergleichszeitraum angestiegen - von 5,7 Prozent auf 8,6 Prozent.

Quellen:

1)    Changes to airborne pollen counts across Europe, Ziello C, Sparks TH, Estrella N, Belmonte J, Bergmann KC, Bucher E, Brighetti MA, Damialis A, Detandt M, Galán C, Gehrig R, Grewling L, Gutiérrez Bustillo AM, Hallsdóttir M, Kockhans-Bieda MC, De Linares C, Myszkowska D, Pàldy A, Sánchez A, Smith M, Thibaudon M, Travaglini A, Uruska A, Valencia-Barrera RM, Vokou D, Wachter R, de Weger LA, Menzel A., PLoS One, 2012;7(4)

2)    Verteilung von Pollen und Feinstaub in einem städtischen Ballungsraum am Beispiel der Großstadt Berlin. Bergmann KC, Simoleit AS, Mücke H-G, Werchan M, Zuberbier T. Allergo J 2013; 22: 471.

3)    Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland, Langen U, Schmitz R, Steppuhn H.,  Bundesgesundheitsbl., 2013,56; 698

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